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"Beim FC Bayern liegt im Frauenfußball viel brach"

"Beim FC Bayern liegt im Frauenfußball viel brach"

Frankfurt. Normalerweise ist Uli Hoeneß für die Abteilung Attacke zuständig, doch im Vorfeld des DFB-Pokalendspiels der Fußball-Frauen ist der Präsident des FC Bayern München selbst zur Zielscheibe eines Verbalangriffs geworden. Vier Tage vor dem Finale in Köln feuerte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich eine heftige Breitseite auf Hoeneß ab

Frankfurt. Normalerweise ist Uli Hoeneß für die Abteilung Attacke zuständig, doch im Vorfeld des DFB-Pokalendspiels der Fußball-Frauen ist der Präsident des FC Bayern München selbst zur Zielscheibe eines Verbalangriffs geworden. Vier Tage vor dem Finale in Köln feuerte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich eine heftige Breitseite auf Hoeneß ab. "Würde er sagen, ich gebe neben dem Männerfußball und Basketball auch im Frauenfußball richtig Gas, dann müssten wir uns alle warm anziehen. Mit dem Namen FCB könnte man den Markt von hinten aufrollen. Sie könnten ein Riesen-Aushängeschild sein", stichelte Dietrich in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch).Derzeit soll der Etat der Bayern-Frauen rund eine Million Euro betragen. Der achtmalige Pokalsieger 1. FFC Frankfurt hat jährlich 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Dietrich kommt daher zu dem Schluss: "Beim FC Bayern liegt im Frauenfußball noch viel brach. Die tolle unternehmerische Struktur gäbe es doch her, mehr zu investieren."

Die Frankfurterinnen sind da schon weiter und nach dem verpassten Meistertitel heiß auf den Pott. "Wir haben sportlich in dieser Saison noch nichts erreicht und wollen uns in Köln mit dem neunten Pokalsieg belohnen", sagte FFC-Trainer Sven Kahlert. Fünf Tage vor dem Endspiel in der Champions League gegen Olympique Lyon in München wollen sich die Hessen für die enttäuschende Bundesliga-Spielzeit rehabilitieren. "Wir können eine Saison mit Höhen und Tiefen krönen. Wir haben nur eines im Sinn: Zum neunten Mal den Pokal nach Frankfurt zu holen", sagte Dietrich. Kahlert warnt aber: "In einem Finale sehe ich die Chancen immer bei 50:50."

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sieht sein Team erst am Anfang der Entwicklung, traut ihm aber eine Überraschung zu. "Der 1. FFC Frankfurt ist sicherlich favorisiert, aber unser junges Team von Trainer Thomas Wörle wird hoch motiviert sein, den Cup erstmals nach München zu holen", sagte der Münchner Vorstandschef auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Langfristig strebe das Team wie bei den Männern an die Spitze. "Ich denke, wenn unsere Frauen-Abteilung weiterhin so gute Arbeit leistet, wird man in den nächsten Jahren vielleicht auch um die Meisterschaft mitspielen können", erklärte Rummenigge. dpa

Foto: Koch/imago