| 20:37 Uhr

Istanbul ist stark in Form
Bei Besiktas herrscht Aufbruchstimmung

Besiktas hat namhafte Profis wie Ricardo Quaresma (rechts) im Kader. Die Istanbuler Stärke in der Champions League bekam auch RB Leipzig um Marcel Halstenberg (l.) zu spüren, der Bundesligist verlor beide Gruppenspiele.
Besiktas hat namhafte Profis wie Ricardo Quaresma (rechts) im Kader. Die Istanbuler Stärke in der Champions League bekam auch RB Leipzig um Marcel Halstenberg (l.) zu spüren, der Bundesligist verlor beide Gruppenspiele. FOTO: Jan Woitas / dpa
München. Der FC Bayern trifft heute im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League auf einen selbstbewussten Gegner.

Trainer Jupp Heynckes will seine Champions-League­-Erfolgsserie mit dem FC Bayern München weiter ausbauen. Im Achtelfinal-Hinspiel am heutigen Dienstag (20.45 Uhr/Sky und ZDF) in München gegen Besiktas Istanbul soll in Europas Königsklasse der zehnte Sieg unter Heynckes nacheinander bejubelt werden. Der Trainer des Bundesliga-Tabellenführers kann gegen den türkischen Meister personell aus dem Vollen schöpfen, nur Nationaltorhüter Manuel Neuer ist verletzt.


Auch Flügelstürmer Kingsley Coman konnte am Freitag nach einer leichten Erkältung trainieren. Der beim 2:1-Ligasieg am vergangenen Samstag beim VfL Wolfsburg gesperrte Arturo Vidal ist in der Königsklasse wieder spielberechtigt. Heynckes dürfte sein Team im Vergleich zu Wolfsburg personell neu aufstellen. Robert Lewandowski, Thomas Müller und James Rodríguez dürften ebenso wie Vidal wieder in die Startelf kommen. Dazu ist mit einer komplett neuen Abwehrreihe mit Joshua Kimmich, Jérôme Boateng, Mats Hummels und David Alaba zu rechnen.

Die Bayern treffen auf einen sehr selbstbewussten Gegner. Besiktas-Präsident Fikret Orman denkt in großen Kategorien: „Wir haben in der Türkei gewisse Erfolge erzielt“, sagte er. „Jetzt machen wir erste Schritte dahin, ein weltweit bedeutender Verein zu werden.“ Die Aufbruchstimmung bei Verein und Fans hängt mit der sportlichen Entwicklung zusammen. Lange Zeit hatte Besiktas gegen die zwei Stadtrivalen Fenerbahce und Galatasaray das Nachsehen gehabt, zuletzt holten die „Adler“ aber zwei Mal die Meisterschaft. Die Vorrunde der Champions League schloss man als Gruppenerster und ohne Niederlage ab, das war vorher noch keinem türkischen Club gelungen. Nun rechnen sich die Verantwortlichen auch gegen den deutschen Rekordmeister Chancen aus. „Der Gegner ist stark, aber wir sind auch keine schwache Mannschaft“, sagte Orman.

Auf dem Platz setzt Besiktas auf offensiven Fußball und erfahrene Akteure. Im Kader befinden sich international bekannte Profis wie die portugiesischen Europameister Ricardo Quaresma und Pepe, Arturo Vidals chilenischer Nationalmannschaftskollege Gary Medel oder der spanische Mittelstürmer Alvaro Negredo. Der frühere Hamburger Tolgay Arslan machte am Bosporus eine gute Entwicklung.

Von einer „abgezockten Truppe“ sprach Ralph Hasenhüttl, der mit RB Leipzig beide Gruppenspiele gegen Besiktas verlor. Gegen den AS Monaco stellte Besiktas-Trainer Senol Günes die mit einem Durchschnittsalter von 31,1 Jahren älteste Startelf der aktuellen Champions-League-Spielzeit auf.



In der Königsklasse hat sich die große Erfahrung bislang bezahlt gemacht. National tritt Besiktas in dieser Saison dagegen nicht so dominant auf wie in den vergangenen zwei Jahren. Mit fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Istanbul Basaksehir reicht es derzeit nur zu Platz vier. Am Wochenende gab es beim Abstiegskandidaten Konyaspor ein enttäuschendes 1:1.

In München müssen Pepe und Co. ohne Unterstützung ihrer Fans auskommen. Nach Ausschreitungen bei einem Europa-League-Spiel im vergangenen Jahr gegen Olympique Lyon wurden beide Vereine von der Uefa mit einer Bewährungsstrafe belegt. Bei weiteren Vorkommnissen droht der Ausschluss aus dem Europapokal. Daher hat der türkische Club auf das ihm zustehende Gastkontingent (etwa 3800 Eintrittskarten) für das Hinspiel verzichtet und die Münchner gebeten, keine Besiktas-Fans in die Arena zu lassen.