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Begehrter Schweinsteiger

Begehrter Schweinsteiger

Köln. Bastian Schweinsteiger hat sich im Schatten der Kapitänsfrage als Führungskraft Nummer eins in der deutschen Fußball-Nationalelf etabliert. Auch ohne Binde ist der 26-Jährige von Bayern München der "emotionale Führer", wie es Bundestrainer Joachim Löw vor der Weltmeisterschaft in Südafrika ausgedrückt hat

 Bastian Schweinsteiger zeigt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an, wo es lang geht. Der 26-Jährige weckt mit Topleistungen Begehrlichkeiten. Real Madrid zeigt Interesse. Foto: dpa
Bastian Schweinsteiger zeigt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an, wo es lang geht. Der 26-Jährige weckt mit Topleistungen Begehrlichkeiten. Real Madrid zeigt Interesse. Foto: dpa

Köln. Bastian Schweinsteiger hat sich im Schatten der Kapitänsfrage als Führungskraft Nummer eins in der deutschen Fußball-Nationalelf etabliert. Auch ohne Binde ist der 26-Jährige von Bayern München der "emotionale Führer", wie es Bundestrainer Joachim Löw vor der Weltmeisterschaft in Südafrika ausgedrückt hat. Für Schweinsteiger ist die Binde kein Thema, er will sportlichen Ruhm und Titel. "Ich spiele nicht besser, wenn ich was am Arm habe", sagte er: "Entscheidend ist, ob man die Spiele gewinnt oder verliert." Die Auszeichnungen bei der Weltmeisterschaft holten andere ab - wie Jungstar und Torschützenkönig Thomas Müller. Den Rhythmus und das Spiel der deutschen Elf bestimmte Schweinsteiger. Er ist nicht erst nach dem verletzungsbedingten WM-Ausfall Ballacks noch mehr in eine Führungsrolle gerückt - in der Nationalelf und beim FC Bayern. Vor allem die Versetzung von außen in die Mittelfeldzentrale durch Trainer Louis van Gaal in München gab ihm einen enormen Schub. Löw zog nach. Der Positionswechsel weckte die Begehrlichkeiten bei den ganz großen Clubs in Europa. José Mourinho, Trainer von Real Madrid, soll bei Schweinsteiger Interesse angemeldet haben: "Nächstes Jahr gehörst Du mir." Bis 2012 hat Schweinsteiger einen Vertrag beim FC Bayern - und mit dem Rekord-Meister viel vor. Das Eigengewächs ordnet seine Bayern, für die er seit zwölf Jahren kickt, höher ein als den spanischen Rekord-Meister. "Ich spiele bei einem der besten Clubs in Europa, der in der vergangenen Saison besser war als Real Madrid", erklärte der in Kolbermoor im Alpen-Vorland geborene Schweinsteiger. Nicht Real, sondern die Münchner standen im Champions-League-Finale (0:2 gegen Inter Mailand). Dass er "irgendwann" im Ausland Erfahrung sammeln wolle, ändert nichts an seinem Bekenntnis: "Ich fühle mich bei den Bayern sehr wohl." Für den gereiften Schweinsteiger zählt vor allem der Erfolg. Zeiten, als er als 18-Jähriger 15 000 Euro Strafe nach einer Disco-Nacht zwei Tage vor einem Spiel zahlen musste, sind vorbei. Dem Siegen ordnet er alles unter. Auch deshalb hatte Schweinsteiger nach dem WM-Halbfinale gegen Spanien (0:1) betont, dass Deutschland den Ausnahme-Fußballer Ballack in Topform brauche. "Michael war jetzt lange verletzt. Wir wissen alle, dass er große Erfahrung und Qualität hat. Ich gehe davon aus, dass er in guter Verfassung zurückkommt", sagte Schweinsteiger. Bundestrainer Löw zählt den Mittelfeld-Lenker zu seinen wichtigsten Ansprechpartnern. Auch vor dem Europameisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan gestern Abend (bei Redaktionsschluss nicht beendet) nahm er Schweinsteiger zu einem Vier-Augen-Gespräch zur Seite. Und der zahlt das Vertrauen zurück. Beim 1:0 am vergangenen Freitag in Belgien war er es, der mit seinem Einsatz gegen seinen Bayern-Kollegen Daniel van Buyten das Siegtor von Miroslav Klose einleitete. Schweinsteiger geht voran - auch ohne Kapitänsbinde. dpa