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Becker marschiert weiter

Becker marschiert weiter

Halle. Für Philipp Kohlschreiber war "Rasenkönig" Roger Federer eine Nummer zu groß, doch Benjamin Becker und Philipp Petzschner stürmten beim "deutschen Wimbledon" in das Halbfinale. Becker schlug im deutschen Duell den Hamburger Mischa Zverev mit 7:6 (7:4) und 6:0, wobei er im zweiten Satz von einer Muskelverletzung seines Gegners profitierte

Halle. Für Philipp Kohlschreiber war "Rasenkönig" Roger Federer eine Nummer zu groß, doch Benjamin Becker und Philipp Petzschner stürmten beim "deutschen Wimbledon" in das Halbfinale. Becker schlug im deutschen Duell den Hamburger Mischa Zverev mit 7:6 (7:4) und 6:0, wobei er im zweiten Satz von einer Muskelverletzung seines Gegners profitierte. Im Halbfinale trifft der Orscholzer nun an diesem Samstag auf den früheren Weltranglisten-Ersten Lleyton Hewitt, der sich gegen den Stuttgarter Andreas Beck mit 7:6 (7:0) und 6:1 behauptete. Vor dem Australier, Wimbledon-Gewinner von 2002, hat der im Ranking an 52 geführte Becker aber keine Scheu. "Er ist ein sehr gefährlicher Gegner und ein begnadeter Tennisspieler. Ich habe sehr großen Respekt, aber keine Angst", sagte Becker nach seinem 72-Minuten-Auftritt, bei dem ihm zehn Asse gelangen. Bei der Matchvorbereitung soll dem Saarländer der neue tschechische Coach Jan Stoces helfen, der Becker vorerst bis Wimbledon betreut.

Der Bayreuther Petzschner feierte als Weltranglisten-41. anschließend mit dem 6:4, 6:3 gegen den Slowaken Lukas Lacko einen der größten Erfolge seiner Laufbahn. "Das ist die Erfüllung eines Traums. Federer ist das Beste, was es im Tennis je gegeben hat", schwärmte der krasse Außenseiter Petzschner nach dem 7:5, 6:3 des Schweizers über den Augsburger Philipp Kohlschreiber, mit dem sich ein inniger Wunsch Petzschners erfüllte: Er darf in der Vorschlussrunde des 750 000-Euro-Turniers im westfälischen Halle den Star zum ersten Mal herausfordern.

Kohlschreiber wehrte sich gegen den fünfmaligen Halle-Gewinner Federer, der am Sonntag die Nachfolge von Vorjahressieger Thomas Haas antreten und 113 600 Euro kassieren möchte, nach Kräften, konnte in einer Neuauflage des Endspiels von 2008 die Niederlage indes nicht verhindern. Sein Bezwinger wird noch in Halle das Gesamt-Preisgeld seiner Profi-Karriere seit 1998 auf mehr als 56 Millionen Dollar (rund 46,6 Millionen Euro) erhöhen.

"Er hat zu gut aufgeschlagen", rühmte der Davis-Cup-Spieler die zwölf Asse des Schweizers, der nur im ersten Satz wackelte. "Es war nicht ganz so einfach. Aber ich hoffe dann immer auf die super zehn Minuten - wie heute zwischen dem 5:5 und dem 7:5 im ersten Satz", schilderte Federer die vor entscheidende Phase der Partie. Petzschner schätzt er hoch ein: "Er hat super gespielt, er ist gefährlich, und ich muss sicher aufpassen." spr/dpa

Beim Turnier im Londoner Queens Club hat der Korbacher Rainer Schüttler ebenfalls das Halbfinale erreicht. Der 34-Jährige setzte sich gegen Dudi Sela aus Israel mit 7:5 und 6:4 durch und trifft nun auf den US-Amerikaner Sam Querrey.