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Baygus hat zwei Heimkämpfe

Köllerbach. "Für mich ist es etwas ganz Besonderes", sagt der Mainzer Ringer Ismail Baygus (30) voller Vorfreude auf das Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen den KSV Köllerbach. Während der erste Finalkampf an diesem Sonntag um 15 Uhr in Mainz ohnehin ein Heimkampf wird, so ist auch der Rückkampf in der Saarbrücker Saarlandhalle am 26. Januar (19 Von SZ-Mitarbeiter Michael Aubert

Köllerbach. "Für mich ist es etwas ganz Besonderes", sagt der Mainzer Ringer Ismail Baygus (30) voller Vorfreude auf das Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen den KSV Köllerbach. Während der erste Finalkampf an diesem Sonntag um 15 Uhr in Mainz ohnehin ein Heimkampf wird, so ist auch der Rückkampf in der Saarbrücker Saarlandhalle am 26. Januar (19.30 Uhr) für ihn und einen seiner Teamkollegen beim ASV ein Heimspiel.



Viele Erinnerungen

Während William Harth, der hier aufgewachsen ist und lange für die RG Saarbrücken gerungen hat, mittlerweile in Mainz wohnt, ist Baygus weiterhin im Saarland zu Hause. Er lebt in Völklingen, arbeitet bei Saartoto in Saarbrücken und trainiert an der Hermann-Neuberger-Sportschule. Zudem hat er sechs Jahre lang (2001 bis 2007) für den KSV Köllerbach gerungen. "Ich habe viele Freunde hier", sagt Baygus mit einem Lächeln: "Was besseres als den Finalrückkampf in Saarbrücken kann ich mir nicht vorstellen."

Baygus hat viele Erinnerungen an seine Köllerbacher Zeit - gute wie beim Gewinn des Meistertitels 2007, aber auch weniger gute wie das Ausscheiden im Halbfinale 2006 gegen Halbergmoos. Damals ging Baygus nach einer unerlaubten Kopfschraube, die der Schiedsrichter nicht sah, benommen auf die Schulter - und Köllerbach fehlte am Ende ein Punkt zum Finaleinzug. Das Finale 2009, als Baygus beim 1. SC Luckenwalde unter Vertrag stand, konnte Köllerbach gewinnen.



"Meine Zeit beim KSV ist schon lange her", sagt Baygus, aber er erinnert sich noch genau an den Moment 2007, als der Verein seine 35-jährige Durststrecke ohne Titel (seit 1972) überwunden hat. "Warum sollte uns das jetzt nicht auch gelingen?", fragt Baygus. Der ASV Mainz wartet nun seit 36 Jahren auf einen nächsten Titel. Nachdem er letztes Jahr im Halbfinale gegen den KSV Köllerbach nur knapp (36:37 in der Addition) scheiterte, ist er jetzt einen Schritt weiter.

"Dieses Jahr hatten wir im Halbfinale gegen den ASV Nendingen das nötige Glück, das uns letzte Saison noch gefehlt hat. Wir sind verdient ins Finale eingezogen", sagt Baris Baglan, Trainer des ASV Mainz.

Riesige Euphorie in Mainz

Das Ausscheiden gegen Köllerbach aus dem letzten Jahr haben die Mainzer keineswegs vergessen. "Das ist präsent, aber es ist kein Stachel, der tief sitzen würde", sagt Baglan. Vielmehr konzentriert er sich auf sein aktuelles Team mit vielen jungen Athleten, "die den nötigen Hunger mitbringen", betont Baglan. Umso größer sind in Mainz die Euphorie und die Hoffnung, nach 1973 und 1977 den dritten Titel nach Mainz zu holen. "Mainz ist richtig heiß, die Athleten, die Fans, der Trainer und der Vorstand", betont Baygus, "hier lebt jeder für den anderen", schwärmt er vom Verein, dessen Umfeld und bei den Kämpfen. Weil es beim KSV Köllerbach ähnlich ist, werden die Finalkämpfe eben zu diesem Besonderem - vor allem für Ismail Baygus. "Das werden zwei richtig gute und enge Finalkämpfe", ist Baygus überzeugt, "aber ich hoffe, dass am Ende wir was zu feiern haben."

mainz88.de

Hintergrund

Der ASV Mainz 88 wird wie schon in den Halbfinalkämpfen gegen den ASV Nendingen aller Voraussicht nach auf folgende Freistil-Spezialisten setzen: Mihran Jaburyan (55 Kilo), George Bucur (66 Kilo), Kiril Terziev (74 Kilo), Davyd Bichinashvili (bis 84 Kilo) und William Harth (96 Kilo). Im griechisch-römischen Stil wird Trainer Baris Baglan voraussichtlich auf Mevlüt Arik (60 Kilo), Dawid Krecinski (66 Kilo), Pascal Eisele (74 Kilo), Patric Nuding (84 Kilo) und Diagaro Timoncini (120 Kilo). Aber: Baglan hat viele Alternativen, und so könnte auch Ismail Baygus (bis 66 Kilo, griechisch-römisch) ins Spiel kommen. aub