Bayern siegt 3:0 bei Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund siegt 2:1

Franzose trifft in Frankfurt doppelt : Ribéry glänzt bei Bayern, BVB besteht den Stresstest

Beim beeindruckenden 3:0-Sieg des Verfolgers FC Bayern am Samstagabend in Frankfurt waren die Herbstmeister aus Dortmund bereits im Urlaubsmodus. Der eigene 2:1 (1:1)-Erfolg am Tag zuvor im Ligagipfel über Borussia Mönchengladbach gab zusätzlich Schub für die Rückrunde und den voraussichtlichen Titel-Zweikampf mit dem noch sechs Punkte entfernten Rekordmeister.

Das Wiedererstarken des zwischenzeitlich wankenden Erzrivalen aus München schärfte beim BVB die Sinne. „Wir bleiben gierig, werden wieder angreifen und diese gewisse Art von Demut beibehalten. Das hat uns stark gemacht“, kommentierte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Aus dem Revierclub ist unter der Regie von Trainer Lucien Favre der größte Meisterschaftsaspirant geworden. Die Hoffnungen der Konkurrenz, dass der BVB nach der ersten Saisonniederlage drei Tage zuvor in Düsseldorf (1:2) ins Trudeln kommen könnte, erfüllten sich nicht. Trotz großer Personalnöte in der Abwehr meisterte Dortmund den Stresstest. Dank der Tore von Jadon Sancho (42.) und Marco Reus (54.), das 1:1 schoss Christoph Kramer (45+1), konnten sie sich über die zweitbeste Hinserie der Vereinsgeschichte freuen. „Für den Kopf war das extrem wichtig. Das gibt noch mal zusätzliche Körner und mehr Zufriedenheit“, sagte Kapitän Reus.

Die Bayern zogen am Samstag nach. Beim 3:0-Erfolg überwanden Altmeister Franck Ribéry (35. und 79.) sowie Rafinha mit einem Flankentor (89.) den saarländischen Eintracht-Torwart Kevin Trapp. Der 35-jährige Ribéry dribbelte und kämpfte bei den nur zu Beginn etwas wackeligen Bayern auf der Zielgeraden seiner Karriere so, als sei er erst 20. Im Grunde seit der Ankündigung von Präsident Uli Hoeneß, dass der Franzose gemeinsam mit Flügelpartner Arien Robben seine wohl letzte Saison bei den Bayern bestreitet, spielt Ribéry groß auf. Schon beim 1:0 gegen RB Leipzig am vergangenen Mittwoch hatte er das Siegtor geschossen. „Wenn ich mit 35 noch so rennen kann, dann bin ich sehr froh“, befand etwa der zwölf Jahre jüngere Youngster Niklas Süle anerkennend: „Er ist ein positiv Verrückter. Ich bin glücklich, dass ich ihn noch erleben darf.“

Ob sie deshalb aber den sehr konkret angedeuteten Abschied der Club-Ikone noch einmal überdenken, wollten die Münchner ebenso wenig kommentieren wie all die anderen Gerüchte rund um mögliche Transfers in der Winterpause.

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