| 21:16 Uhr

DFB-Pokal
Bayern brillieren, bangen – und besiegen BVB

Werders Ishak Belfodil (2. von links) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Maximilian Eggestein und Jerome Gondorf. Die Bremer spielten nach der Pause druckvoll und sicherten sich so den 3:1-Erfolg.
Werders Ishak Belfodil (2. von links) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Maximilian Eggestein und Jerome Gondorf. Die Bremer spielten nach der Pause druckvoll und sicherten sich so den 3:1-Erfolg. FOTO: dpa / Carmen Jaspersen
Bremen. Münchner schlagen Dortmund im DFB-Pokal-Achtelfinale mit 2:1. Auch Bremen, Leverkusen und Frankfurt stehen im Viertelfinale.

Bayern München hat gestern Abend mit einer über weite Strecken überzeugenden Leistung im deutschen Fußball-Klassiker dem Erzrivalen Borussia Dortmund das Weihnachtsfest verdorben und ist ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der lange deutlich überlegene Rekordcupsieger zeigte beim 2:1 (2:0) phasenweise einen Klassenunterschied auf, musste in einer hektischen Schlussphase aufgrund eigener Nachlässigkeiten aber noch zittern. Jerome Boateng mit seinem ersten Pokaltor überhaupt (12.) und Thomas Müller (40.) sorgten für die scheinbar beruhigende Führung. Titelverteidiger Dortmund, der ohne Pierre-Emerick Aubameyang (Hüftprobleme) insgesamt zu harmlos war, kam durch Andrej Jarmolenko heran (77.).


Vor 75 000 Fans zeigten die Bayern, denen Mats Hummels (grippaler Infekt) fehlte, in der Anfangsphase einen wahren Sturmlauf. Arturo Vidal köpfte an die Latte (3.), weitere hochkarätige Chancen durch James (6.) und Robert Lewandowski (8./11.) folgten. Dann köpfte Boateng einen Lattenabpraller von Niklas Süle zur Führung ein. Dortmund war in dieser Phase überfordert und konnte von Glück reden, dass Bayern zwei Gänge zurückschaltete. Müllers gefühlvoller Heber zum 2:0 war der zehnte Münchner Torschuss in Hälfte eins – der BVB hatte nur einen von Jarmolenko.Auch in der zweiten Halbzeit stürmte Bayern, Dortmund schaute oder lief hinterher. Die Gäste gaben sich aber nicht auf, kamen zum 1:2 – und in der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Alexander Isak noch eine Großchance zum 2:2.

Auch Bayer Leverkusen und Werder Bremen stehen im Viertelfnale. Leverkusen gewann bei Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0). Bremen siegte in einem weiteren Bundesliga-Duell mit 3:2 (2:1) gegen den SC Freiburg, die Norddeutschen setzten ihren Aufwärtstrend unter Trainer Florian Kohfeldt fort. Der formstarke 20-jährige Jamaikaner Leon Bailey (70.) erzielte in einer temporeichen Partie das Goldene Tor für Leverkusen. Die 49 016 Zuschauer im Borussia-Park sahen ein rasantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, ehe Bailey einen Gladbacher Patzer eiskalt mit links ausnutzte. Bayer-Trainer Heiko Herrlich entschuldigte sich nach dem Spiel für eine kuriose „Schwalbe“. Er war nach einer kurzen Berührung mit Gladbachs Mittelfeldspieler Denis Zakaria an der Seitenlinie plötzlich theatralisch zu Boden gegangen. „Das sah sicher blöd aus“, sagte Herrlich.



In Bremen traf Werders Ishak Belfodil mit der ersten gelungenen Offensivaktion zur Führung (3.), ehe Florian Kainz nachlegte (20.). Beide Male war Jerome Gondorf der Vorlagengeber. Nachdem Yoric Ravet im Strafraum gefoult wurde, verkürzte SCF-Torjäger Petersen vom Elfmeterpunkt (28.). Nach der Pause waren die Gäste wesentlich aktiver, hatten aber keine klare Torchancen. Philipp Bargfrede (70.) traf zum 3:1, der Franzose Ravet schaffte nur noch den Anschlusstreffer (87.). Allerdings stand beim dritten Bremer Treffer der überragend aufspielende Gondorf im Abseits und griff mit einer Sperre gegen den Freiburger Robin Koch aktiv ins Spielgeschehen ein. Schiedsrichter Guido Winkmann überstimmte seinen Linienrichter, der die Fahne oben hatte und den Treffer nicht geben wollte. Auf dem Bildschirm im Stadion war das Abseits recht klar zu sehen – aber im DFB-Pokal gibt es den Videobeweis erst ab dem Viertelfinale.

Eintracht Frankfurt musste beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim nach 90 torlosen Minuten in die Verlängerung. Dort brachte erst Mijat Gacinovic (95.) den Bundesligisten in Führung, Heidenheims Urgestein Marc Schnatterer glich aber keine 60 Sekunden später prompt aus. Der Franzose Sebastien Haller (109.) traf schließlich aus kurzer Distanz zum 2:1-Sieg und ersparte den Hessen das Elfmeterschießen.