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Nationalspieler ist stark in Form
Bellarabi startet wieder durch

Mit sieben Toren in den vergangenen fünf Pflichtspielen ließ Karim Bellarabi aufhorchen.
Mit sieben Toren in den vergangenen fünf Pflichtspielen ließ Karim Bellarabi aufhorchen. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Leverkusen. Nach schlechtem Saisonstart trifft Bayer Leverkusens Offensivspieler zuverlässig. sid

Karim Bellarabi hat bereits Bundesligageschichte geschrieben. Im August 2014 gelang dem Offensivspieler von Bayer Leverkusen beim 2:0 im Gastspiel bei Borussia Dortmund das bislang schnellste Bundesligator – nach neun Sekunden zur 1:0-Führung. Auch das 50 000. Tor der Bundesliga-Historie, erzielt im Februar vergangenen Jahres, geht auf das Konto des mittlerweile 28-Jährigen, der zuletzt mit sieben Toren in fünf Pflichtspielen wieder aufhorchen ließ.


Für Trainer Heiko Herrlich ist Bellarabi wieder so wichtig, dass er ihn wegen leichter Oberschenkelprobleme diese Woche in Watte packte. Nach dem Europa-League-Heimspiel gegen den FC Zürich (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) soll er am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) in der Liga bei RB Leipzig wieder hundertprozentig fit sein.

So begehrt war Bellarabi bei Bayer lange nicht mehr. In den vergangenen anderthalb Jahren gab es kaum noch positive Schlagzeilen über den elfmaligen Nationalspieler, der mit der Werkself einen katastrophalen Saisonstart erwischte. Nach nur 21 Einsatzminuten in den ersten drei Spielen mit drei Niederlagen war sein persönlicher Tiefpunkt die Rote Karte in München beim 1:3 gegen die Bayern nach einem groben Foulspiel an Rafinha. Bayern-Präsident Uli Hoeneß bezeichnete Bellarabis Aktion damals als „geisteskrank“. Bellarabi entschuldigte sich danach „für das unnötige Foul, es war keine Absicht“. Die Vier-Spiele-Sperre bedeutete einen weiteren Rückschlag für den 28-Jährigen und passte ins Bild. Denn so rasant der Aufstieg des gebürtigen Berliners bis Sommer 2016 verlief, so tief war auch sein Fall. Auch durch die starke Konkurrenz von Leon Bailey immer weniger Einsatzzeiten bei Bayer, keine Berücksichtigung mehr von Bundestrainer Joachim Löw und dazu einige Blessuren: Bellarabi befand sich auf dem absteigenden Ast.



Herrlich glaubte aber weiter an den blitzschnellen und technisch versierten Profi. „Es gibt Leute im Umfeld, die behaupten, du hast keinen Hunger mehr“, sagte er seinem Problemprofi und appellierte damit an dessen Ehre. Diese Ansprache zeigte Wirkung, Bellarabi meldete sich eindrucksvoll zurück.

Nachdem er als Joker durch ein Traumtor in der Nachspielzeit gegen Hannover 96 zum 2:2 Bayer einen Punkt gerettet hatte, gelang ihm in der Europa League beim 2:3 in Zürich ein Doppelpack. Es folgten ein Tor und zwei Vorlagen beim 6:2 in der Liga bei Werder Bremen und ein weiterer Doppelpack beim 5:0 im DFB-Pokal in Mönchengladbach.