Bayer freut sich über einen Sieg, Bayern über eine Niederlage

Bayer freut sich über einen Sieg, Bayern über eine Niederlage

Bayern München kann doch noch verlieren, Bayer Leverkusen in der Champions League doch siegen: Mit unterschiedlichen Ergebnissen und Erkenntnissen beendeten die zwei ersten deutschen Achtelfinalisten ihre Gruppenspiele.

Niederlagen sind Pep Guardiola eigentlich ein Graus. Doch das 2:3 von Bayern München gegen Manchester City passte dem spanischen Perfektionisten sogar ganz gut in den Kram - das ganze Gerede von Dominanz und Rekorden seiner vermeintlichen Über-Mannschaft konnte er ohnehin nicht mehr hören. "Das Wichtigste ist, dass wir wissen, dass wir ein Spiel verlieren können. Vielleicht brauchen dieser Verein, der Trainer und die Mannschaft eine Niederlage, um zu wissen, wie schwierig es ist, die Spiele zu gewinnen", sagte der Trainer mit ernster Miene. "Und vielleicht ist das gut für Samstag und die Club-WM."

Am Samstag wollen sich die Bayern gegen Hamburg vorzeitig die Herbstmeisterschaft sichern, um dann in Marokko das Jahr mit der "Weltmeisterschaft" zu krönen. Deswegen wollten sich die Verantwortlichen auch gar nicht lange mit dem Ausrutscher gegen ManCity befassen, zumal die Münchner wie gewünscht als Gruppenerster ins Achtelfinale der Champions League einzogen. "Da sind die Menschen in uns durchgekommen", sagte Thomas Müller gelassen. Der Nationalspieler (5.) und Mario Götze (12.) hatten die zunächst groß aufspielenden Bayern 2:0 in Führung gebracht, ehe die Engländer die Nachlässigkeiten der Münchner durch David Silva (28.), Aleksandar Kolarov (59., Foulelfmeter) und James Milner (62.) eiskalt bestraften. "Unsere Lektion ist: Auch andere Mannschaften haben gute Spieler und gute Trainer", unterstrich Guardiola nach der erst dritten Bayern-Niederlage in diesem Jahr.

Leverkusen feierte derweil seinen ersten Auswärtssieg in der Königsklasse seit elf Jahren. Zwei Wochen nach der 0:5-Blamage gegen Manchester United ist Bayer wieder obenauf. Die Demütigung gilt jetzt bereits als heilsamer Schock. "Im Nachhinein ist es besser, dass wir nicht 0:1 verloren, sondern richtig auf den Sack bekommen haben", sagte Nationalspieler Lars Bender nach dem 1:0-Sieg bei Real Sociedad San Sebastián. "Das hatte einen Hallo-Wach-Effekt." Ömer Toprak sorgte mit seinem Treffer in der 49. Minute dafür, dass Bayer weiter auf drei Hochzeiten tanzen darf. Geschäftsführer Michael Schade sprach von einem "wunderschönen Abend", nachdem er vor zwei Wochen schon überlegt habe, "ob wir das Fußballspielen in Leverkusen nicht besser einstellen sollten."

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