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Basler: "Trier ist für mich ein Lernprozess"

Basler: "Trier ist für mich ein Lernprozess"

Herr Basler, herzlichen Glückwunsch nachträglich zum 3:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Hannover. War das Ihr bisher größter Erfolg als Trainer?Mario Basler: So lange bin ja noch nicht Trainer. Das ist aber auch kein großer Erfolg. Wir haben ein Spiel gewonnen, sind im DFB-Pokal ein Runde weiter. Das ist ja kein Titel, den du dir auf die Autogrammkarte schreiben kannst

Herr Basler, herzlichen Glückwunsch nachträglich zum 3:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Hannover. War das Ihr bisher größter Erfolg als Trainer?

Mario Basler: So lange bin ja noch nicht Trainer. Das ist aber auch kein großer Erfolg. Wir haben ein Spiel gewonnen, sind im DFB-Pokal ein Runde weiter. Das ist ja kein Titel, den du dir auf die Autogrammkarte schreiben kannst. Sicher, es war ein tolles Spiel und gut für den Verein. Mehr aber nicht.

In Runde zwei geht es gegen Arminia Bielefeld. Ein Gegner, der die Fans nicht zufrieden macht, den Trainer aber schon?

Basler: Mich macht der Gegner schon zufrieden. Wir sind da sehr zuversichtlich, dass wir eine gute Chance haben, die nächste Runde zu erreichen.

DFB-Pokal ist aus Trierer Sicht sicher nicht so wichtig wie die Liga. Zum Auftakt gegen Schalke II gab es ein 2:2 und Rote Karten gegen Nicolas Fernandes und Kevin Lacroix. Zufrieden?

Basler: Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, hätten als Sieger vom Platz gehen müssen. Aber der Schiedsrichter hatte was dagegen, der war unteridrisch. In Unterzahl haben wir aus einem 1:2 noch ein 2:2 gemacht. Das war für uns ein großer Erfolg, ein Sieg der Moral.

Wie sehr nerven Sie die zweiten Mannschaften in dieser Liga?

Basler: Auf Dauer ist das kein Zustand. Sie sind unattraktiv, sie bringen keine Zuschauer mit, dadurch haben die Traditionsvereine finanzielle Einbußen zu verkraften. Wenn sich der DFB da nicht etwas einfallen lässt, traue ich zu behaupten, dass es in zwei Jahren nur noch wenige Traditionsvereine in der Regionalliga gibt.

Vergangene Saison war die Eintracht 13. der Tabelle. Was ist Ihr Saisonziel diese Runde?

Basler: Wir wollen unter die ersten Acht kommen. Das ist unser Ziel, und da bin ich auch sehr zuversichtlich.

Der 1. FC Saarbrücken hat gegen Elversberg 0:6 auf die Nüsse bekommen, ein gefährliches Ergebnis für die Eintracht?

Basler: Sicher nicht, eher für den FCS. Der hat doch nach dem letzten Vorbereitungsspiel gegen Schalke anscheinend schon von anderen Dingen geträumt. Jetzt ist er wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Wir fahren ganz entspannt nach Saarbrücken. Wir haben dort nichts zu verlieren.

Der FCS hat also den Druck?

Basler: Nachdem die Fans in Neunkirchen bereits ein wenig aufgeräumt haben, kann sich das Team nicht noch eine Niederlage erlauben. Dann gehen die richtig auf die Barrikaden. Daher steht der FCS wesentlich mehr unter Druck als wir. Er muss gewinnen, wir nicht.

Im März 2007 waren Sie beim FCS als Nachfolger von Trainer Didier Philippe im Gespräch. Sie sollten mit Frank Fleschenberg nach Saarbrücken kommen. Wie heiß war die Geschichte damals?

Basler: Ja, das war schon ein Thema. Hartmut Ostermann war damals in Urlaub, und andere Personen im Verein hatten sich gegen mich entschieden. Ich hatte mich damals mit Fritz Fuchs unterhalten, der jetzt in Trier Manager ist, der damals beim FCS Jugendkoordinator war. Er hätte mein Engagement befürwortet, aber es kam dann doch alles anders.

Sie sind jetzt seit 2004 Trainer, haben die Fußball-Lehrerlizenz. Können Sie heute aus Trainersicht verstehen, dass einige Trainer über den Spieler Mario Basler gesagt haben, er wäre nicht leicht zu händeln?

Basler: Ich glaube, das kann man nicht vergleichen. Ich habe als Spieler den Leuten ja auch viel zurückgegeben auf dem Platz. Es gibt viele Leute, die sagen, ich war ein genialer Fußballer. Andere sagen, ich hätte viel mehr erreichen können.

Haben Sie denn Verständnis für einen Spieler, der über die Stränge schlägt?

Basler: Was heißt Verständnis? Wenn einer mal über die Stränge schlägt, kostet das Geld, das ist teuer. Auch ich musste viele Strafen zahlen. Aber wenn der Spieler dann Leistung bringt, habe ich keine Probleme, ihn auch aufzustellen.

Was war denn die bisher härteste Sanktion des Trainers Basler?

Basler: Nach dem Spiel in Verl vergangene Saison (0:3, Anm. der Red.), das sehr schlecht war, musste meine Mannschaft laufen, weil sie das im Spiel nicht getan hatte. Nachts nach der Ankunft in Trier, so um 2 Uhr. Auf dem Hartplatz, bei Flutlicht und bei minus zwei Grad.

Wollen Sie irgendwann mal ein Bundesliga-Trainer sein?

Basler: Deswegen habe ich damals meine Lizenz gemacht. Mein Ziel ist die Bundesliga. Aber da ich noch sehr jung bin und noch viel Erfahrung sammeln muss, ist das hier in Trier auch ein Lernprozess, der mir sehr viel Spaß macht.

Zuerst Erfahrung sammeln - das machen nicht viele Ex-Profis, die ins Trainergeschäft gehen?

Basler: Viele scheitern aber auch. Ein Vergleich: Wenn ich 18 Jahre bin, aus der Schule komme, muss ich doch auch zunächst eine Lehre machen. Ich bin dann ja nicht gleich Geselle. Ich hätte sicher auch direkt in die Bundesliga gehen können, aber das wäre für mich nicht der richtige Weg gewesen.

Der 1. FC Kaiserslautern ist da sicher auch mal ein Thema?

Basler (lacht): Das müssen sie die Leute vom FCK fragen. Ich kann dazu nichts sagen.

Zur Person

Mario Basler in Fakten: Europameister 1996, deutscher Meister mit Bayern München 1997 und 1999, DFB-Pokalsieger mit Werder Bremen 1994 und mit Bayern München 1998, Torschützenkönig 1995, 262 Bundesliga-Spiele (62 Tore), 30 Länderspiele (2). red