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Basketball: Saarlouis Royals planen neue Saison in der 1. Bundesliga

Frauenbasketball-Bundesliga : Die Royals basteln jetzt an der nächsten Saison

Damenbasketball-Bundesligist hat fristgerecht Lizenzunterlagen abgegeben und führt Vertragsverhandlungen.

Am Freitagmorgen hatte sich Sascha Schmidt noch auf ein ruhiges Wochenende gefreut. Dass daraus nichts wurde, wurmte den Manager der Saarlouis Royals aber überhaupt nicht. Schließlich hatte es die frohe Kunde gegeben, dass die Saarlouiserinnen aller Wahrscheinlichkeit nach in der Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) bleiben werden.

Grund ist der freiwillige Rückzug von Eintracht Braunschweig, die in der 2. Liga mit einem Jugendkonzept arbeiten wollen. Die Eintracht steht damit als zweiter Absteiger nach dem TuS Bad Aibling, der schon früh in der Saison seine Mannschaft zurückgezogen hatte, fest. „Wir haben es alle am Freitagmorgen erfahren“, sagt Schmidt, „mir sind einige Steine vom Herzen gefallen. Ich nehme an, dass es allen anderen im Team und Umfeld genauso gegangen ist.“ Und so klingelte das Handy des Managers unentwegt.

Die nicht gerade freundlichen Worte aus Braunschweig über eine angebliche Erpressung von Saarlouiser Seite, nachdem die Royals sich einen Platz in der DBBL einklagen wollten, trübten die Erleichterung kaum. „So wie es jetzt gekommen ist, ist es für alle eine Erleichterung, wir können Braunschweig im Grunde dankbar sein“, sagt Schmidt. Denn den Royals, sportlich abgestiegen, bleibt damit eine wochen- oder gar monatelange Hängepartie in Sachen Klassenverbleib am grünen Tisch erspart.

„Wir müssen jetzt alles tun, um eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die nächste Saison möglichst früh den Liga-Verbleib schaffen kann“, sagt Manager Schmidt. Trainer Ondrej Sykora, der auch für die 2. Liga einen Vertrag gehabt hätte, hatte zusammen mit Schmidt bis Freitag zweigleisig geplant. Wobei einige Spielerinnen sagten, nur im Falle des Bundesliga-Verbleibs bleiben zu wollen. „Wir müssen Gas geben“, fordert Schmidt, „salopp gesagt müssen wir Nachtschichten einlegen.“ Was er damit meint: Bei Verhandlungen mit Spielerinnen aus den USA wird angesichts der Zeitunterschiede auch mal spät abends telefoniert.

Weil hoffentlich bald endgültig klar ist, dass die Royals die Lizenz für die 1. Liga, wofür sie fristgerecht den Antrag gestellt haben, kann nun am neuen Kader gebastelt werden. Jede Spielerin aus dem aktuellen Kader bekommt ein Angebot, sagt Schmidt. „Es gibt noch nichts zu vermelden. Das wird sich aber in den nächsten Tagen ändern. Wir haben die Zeit nicht verschenkt und gute Vorgespräche geführt. Damit haben wir eine gute Grundlage gelegt und müssen nicht neu beginnen“, sagt der Manager.

Einen bestehenden Vertrag hat mit Seraphina Asuamah-Kofoh nur eine Saarlouiser Spielerin, die 20-jährige Jugend-Nationalspielerin ist noch bis Ende der kommenden Saison an die Royals gebunden. „Wir werden nicht den ganzen aktuellen Kader halten können“, meint Schmidt, bevor er sich wieder in die Arbeit stürzt. Aber bei so positiven Nachrichten konnte er dann auch ein etwas weniger ruhiges Wochenende als erwartet verschmerzen.