Basketball-Regionalliga: Saarlouis Sunkings empfangen am Samstag Langen

Basketball-Regionalliga : „Du musst einen scharfen Verstand haben“

Basketballer Filip Kamenov ist nicht nur wegen seiner zwei Meter einer der überragenden und außergewöhnlichen Spieler der Saarlouis Sunkings. Der 24-Jährige interessiert sich stark für Literatur. Sein Lieblingsschriftsteller ist Hermann Hesse.

Filip Kamenov hat einen echten Lauf. Der 24-Jährige zählt in dieser Saison mit einer Ausbeute von bislang 76 Punkten zu den treffsichersten Spielern des Basketball-Regionalligisten Saarlouis Sunkings. Nur sein Teamkollege Ricky Easterling traf noch häufiger (119 Punkte). Am Samstag empfangen die Sunkings den TV Langen um 20 Uhr in der Kreissporthalle in Saarlouis. Damit trifft der Tabellen-Vierte der aktuellen Saison auf den Sechst-Platzierten.

„Der Basketball ist ein großer Bestandteil meines Lebens“, verrät Kamenov. In seiner Heimatstadt Wratza in Bulgarien kam er als 13-Jähriger zum ersten Mal mit dem Basketball spielen in Berührung. „Davor spielte ich Fußball und Tennis, jedoch hat mir dies nicht so viel Spaß gemacht, wie ich zunächst dachte“, erzählt Kamenov. Daher meldete er sich in einer Basketball-AG in seiner Schule in Botevgrad an. „Es war ein Vorteil, dass ich der größte Junge aus meiner Klasse war“, verrät der zwei Meter große Flügelspieler.

 Seine Eltern betrieben eine Bäckerei in Wratza und belieferten auch den Nachbarort. „Dort gab es eine gute Basketballmannschaft, den Balkan Botevgrad Klub, das war mein erster Basketball-Verein“, erinnert sich der 24-Jährige. „Ich habe meinem Vater bei der Arbeit geholfen. Daraufhin nahm er mich in ein Fitnessstudio nach Botevgrad mit, dort entdeckte mich der Jugendtrainer des Vereins.“

In kurzer Zeit verliebte er sich in diesen Sport. „Ich spielte immer schon auf der Position des Flügel- und Aufbauspielers“, verrät Kamenov. Er liebe diese Position, da sie ihm alle Freiheiten gewährleistet. „Ich kann aus der Distanz abschließen oder meinen Weg zum Korb suchen. In dieser Rolle kann ich mich frei entfalten“, erklärt der 24-Jährige. Was ihm am Basketball besonders gefällt? „Der Sport ist sehr vielfältig und verlangt dir einiges ab“, erklärt der Flügelspieler. „Du musst einen scharfen Verstand haben und während des Spiels schnell entscheiden können.“

Außerdem liebe er den Wettkampf – sich mit anderen Teams zu messen. „Ich denke, jeder sucht nach einer Herausforderung und Rivalität. Das liegt in der Natur des Menschen“, sagt Kamenov. „In der Vergangenheit haben sich die Länder in Kriegen bekämpft. Der Sport ist hingegen eine friedliche Variante des Wettkampfes.“

 Vor der vergangenen Saison wechselte Kamenov nicht zufällig nach Saarlouis: „Ich wollte unbedingt mal im Ausland spielen und nach Deutschland kommen“, verrät der Flügelspieler, dessen Bruder Ivailo in Berlin lebt. Saarlouis gefällt ihm. „Am liebsten bin ich im Stadtgarten in Saarlouis, ich liebe die Natur und die Ruhe dort“, erklärt Kamenov. Obwohl der 24-Jährige sich auf Englisch unterhält, ist ihm die deutsche Sprache nicht unbekannt. „Ich habe als Jugendlicher bereits ‚Übermensch’ von Friedrich Nietzsche auf Deutsch gelesen“, erzählt Kamenov, denn er hat großes Interesse an Literatur und Kunst: „Ich habe an der Universität in Blagoegrad Philosophie studiert. Auch deswegen lese ich in meiner Freizeit sehr viel, schaue Filme oder widme mich der Musik“, sagt Kamenov. Einer seiner Lieblingsautoren ist dabei der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse. Von dem stammt der Satz: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Eine Einstellung, die im Sport richtig weiterhilft.

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