Badmintonabteilung des TV Überherrn mit erfolgreicher Jugendarbeit

Sportverbände des LSVS unter der Lupe : „Wir müssen auf die Kinder zugehen“

Badminton-Abteilung des TV Überherrn steht beispielhaft für Suche und Förderung von Talenten.

Es gibt noch Vereine, die Erfolge in der Jugendarbeit aufweisen können – selbst in Randsportarten wie Badminton und trotz des demografischen Wandels und des Schwunds an Ehrenamtlichen. Beispielsweise wurden die Schwimm- und Sportfreunde (SuS) Obere Saar Anfang des Jahres für ihre Nachwuchsarbeit mit der Hermann-Neuberger-Medaille und 2500 Euro ausgezeichnet. Auch der TV Überherrn engagiert sich seit Jahren stark im Jugendbereich.

„Ich wehre mich gegen die Behauptung, dass unsere heutige Jugend keinen Sport mehr treiben will. Wenn das Engagement da ist und man den Kids etwas anbietet, wird das auch wahrgenommen“, stellt Andreas Lafontaine klar. Der Abteilungsleiter und 2. Vorsitzende des TV Überherrn spielt seit rund 45 Jahren Badminton und weiß: „Die Kinder kommen nicht von alleine zu uns in die Halle, also müssen wir auf sie zugehen. Zum Beispiel in den Schulen.“ Lafontaine weiß auch, dass das Privileg, nun schon seit über 40 Jahren in der gleichen Halle beheimatet zu sein, nicht allen Vereinen vergönnt ist.

Seit 2016 kooperiert der Verein mit der örtlichen Grundschule. 2018 fand dort zuletzt ein sechswöchiges Badminton-Projekt statt, nach dem sich insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen sieben und elf Jahren neu im Verein anmeldeten. Davon sind mittlerweile zwar nur noch acht übrig, aber dank ihnen konnte der Verein erstmals wieder eine U11-Mannschaft melden.

Betreut wurden die Grundschul-Projekte von den Vereinsmitgliedern Maike Kohlmaier (2016) und Dennis Maier (2018) – allerdings in ihrer Funktion als Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) beim SBV. „Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Berufstätige können so etwas zu den gängigen Schulzeiten nicht tun“, erklärt Lafontaine. Auch der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle – die Trainingspauschale fällt für die „Ausleihe“ der FSJ’ler verhältnismäßig günstig aus. Nach einem Jahr Pause konnte der Verband für das laufende Schuljahr wieder einen FSJ’ler finden.

Bei den Jüngsten läuft die Akquise also, bei den Jugendlichen sieht es eher mau aus. „Wie bei anderen Vereinen und Sportarten auch verlassen uns viele zwischen 13 und 17, 18 Jahren“, erklärt Andreas Lafontaine, zu dessen Team Christophe Boutter, Michael Hans, Eric Scheckenbach, Alexa Weyer, Dennis Maier, Robin Hans, Matthias Löcher und Piratheep Veluppillai zählen. Doch auch hierfür bahnt sich eine Lösung an: Zwei Lehrkräfte der Gemeinschaftsschule am Warndtwald in Überherrn gründeten 2018 auf eigene Initiative eine Badminton-AG, die mittlerweile mit dem Verein kooperiert. „Es fand auch schon ein Schulturnier in unserer Halle statt, aber bisher konnten wir hier noch keinen Nachwuchs gewinnen“, sagt Lafontaine und ergänzt: „Das Problem ist, dass die AG am gleichen Tag und kurz vor unserem Vereinstraining stattfindet. Hier suchen wir nach einer Lösung.“

Die Kooperationen machen Hoffnung für die Quantität im Nachwuchsbereich. Und auch in der Spitze ist der Verein konkurrenzfähig. Mit Konstantin Vecerdea kommt der U11-Saarlandmeister und 17. der deutschen Rangliste aus Überherrn. Auch der U19-Vize-Saarlandmeister Robin Hans spielt beim TV und engagiert sich außerdem als Trainer der U11. Mit dem 16-jährigen Marius Bies hat ein Talent – er gehörte zu den fünf Besten in Südwestdeutschland – aufgehört.

Mehr von Saarbrücker Zeitung