Badminton 1. BC Bischmisheim Final Four Willich Marvin Seidel

Badminton : Der BCB sieht sich nicht als Favorit

Badminton-Bundesligist 1. BC Bischmisheim schraubt vor dem Finale um die deutsche Meisterschaft die Erwartungen herunter.

Die Sachlage ist klar: Der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim ist an diesem Wochenende der große Favorit auf den Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Badminton. Wenn der Titelverteidiger an diesem Wochenende zum „Final Four“ der vier besten deutschen Vereinsmannschaften ins nordrhein-westfälische Willich (bei Düsseldorf) reist, dann ist der Titelverteidiger der Gejagte.

Der BCB nimmt die Favoritenrolle allerdings nicht an – obwohl er die reguläre Bundesliga-Saison als Erster beendet hatte. Doch es war nicht alles Gold, was glänzte – was vor allem an den Verletzungssorgen liegt, die den Verantwortlichen um Frank Liedke die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. „Wir sind auf keinen Fall der Favorit“, sagt der Vereins-Chef deswegen. Ganz besonders die Leidensgeschichte von Fabian Roth, der etatmäßigen Nummer eins der Bischmisheimer, macht die Planungen vor allem im Herreneinzelbereich mehr als schwer. Seit zwei Jahren ist Roth beim BCB – und hat genau ein Spiel absolviert. Als Nachfolger für Marc Zwiebler verpflichtet, plagt sich Roth seit Ewigkeiten mit diversen Verletzungen herum, kommt einfach nicht auf die Beine. Erst setzten ihn Rückenprobleme lange außer Gefecht, dann riss der 23-Jährige sich den Meniskus im Knie. Termin für die Rückkehr: offen. „Wir hätten ihn dringend im ersten Herreneinzel gebraucht“, sagt Frank Liedke, „aber er wird erst zur nächsten Saison wieder starten.“ Immerhin: „In Willich wird Fabi unser Teamchef sein“, sagt Liedke.

Ein zweites immerhin: „Ansonsten sind alle an Bord“, sagt Liedke. Das war nicht immer so. Luise Heim, die im Dameneinzel wichtige Punkte holen sollte, fiel einige Zeit aus, auch Doppel- und Mixedspezialist Peter Käsbauer plagten Wehwehchen. Wenn er spielte, war auf ihn Verlass – 16 Siege in 18 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Auch Nationalspielerin Isabel Herttrich, Olga Roj (geborene Konon) und Marvin Seidel verloren nur selten. Auf sie wird es am Wochenende entsprechend ankommen.

Der samstägliche Halbfinalgegner lautet Union Lüdinghausen. „Uns ist bewusst , dass wir mit Lüdinghausen einen mehr als unangenehmen Gegner haben“, sagt Frank Liedke, „uns muss klar sein, dass jeder 120 Prozent geben muss. Wir müssen voll konzentriert sein. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung können wir das Ziel Finale erreichen.“ Dabei kommt es vor allem auf die Doppelspiele an. Denn zum einen ist der BCB ohne Fabian Roth im Herreneinzel stark geschwächt, zum anderen schickt Lüdinghausen mit Yvonne Li die derzeit beste deutsche Einzelspielerin aufs Feld. Außerdem wartet mit Linda Efler eine ausgewiesene Doppel- und Mixed­spezialistin auf der anderen Seite des Netzes auf die BCB-Akteure, die ihre Qualitäten international an der Seite von Marvin Seidel und Isabel Herttrich ausspielt, national ihren Partnern aber in die Suppe spucken kann. Marvin Seidel sagt: „Jeder weiß, was der andere kann und wie sein Spielstil ist.“ Aber für das Duell in Willich spiele das eine untergeordnete Rolle: „Wichtig ist, dass wir gut spielen. Dass alles andere ausgeblendet wird und wir uns auf unsere Leistung konzentrieren – dann haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen“, sagt Seidel.

Und so ist es kein Wunder, dass Frank Liedke nicht über einen möglichen Finalgegner, der dann sonntags warten würde, spekulieren will. Das zweite Halbfinale bestreiten zeitgleich der Vorrundenzweite TV Refrath und der Dritte 1. BV Mülheim. „Wenn es uns nicht gelingt, die beiden Herrendoppel, das Damendoppel und das Mixed durchzubekommen, wird es richtig eng“, warnt Liedke. Am Samstagabend gegen 21 Uhr werden er und seine Spieler schlauer sein.

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