Babbel lässt die Hertha zappeln

Berlin. Vor anderthalb Jahren hatte Markus Babbel mit einer emotionalen Antrittsrede im Berliner Kongresshaus ICC die Fans auf seine Seite gezogen. Am Montagabend verabschiedete er sich an selber Stelle wortlos durch die Hintertür

Berlin. Vor anderthalb Jahren hatte Markus Babbel mit einer emotionalen Antrittsrede im Berliner Kongresshaus ICC die Fans auf seine Seite gezogen. Am Montagabend verabschiedete er sich an selber Stelle wortlos durch die Hintertür. Durch sein Schweigen bei der Mitgliederversammlung befeuerte der Aufstiegs-Trainer Spekulationen um seinen Abschied zum Saisonende von Fußball-Bundesligist Hertha BSC. Das nehmen ihm die Fans übel. "In der Winterpause bleibt genug Zeit zum Nachdenken. Seien sie versichert: Die Entscheidung wird bis zum Rückrundenauftakt gefallen sein", sagte Manager Michael Preetz an die Mitglieder gerichtet.Die meisten waren gekommen, um, wenn schon nicht die Nachricht von der Verlängerung des auflaufenden Vertrages, zumindest Aussagen des Trainers zu hören. Doch der 39-Jährige stieg nicht aufs Podium. Er verschwand mit der Mannschaft bereits nach 55 Minuten. Ein Bekenntnis zum Club hat er stets vermieden. Zwar ließ sich Babbel im Sommer die Hertha-Flagge als Tätowierung auf den Oberarm stechen, doch das muss nichts heißen: Er trägt Erinnerungen von all seinen bisherigen Vereinen auf der Haut.

Über die Gründe für Babbels Zögern kann nur spekuliert werden. Angeblich fordert er mehr Investitionen in die Mannschaft, als ihm Preetz zusagen kann. Möglicherweise macht ihm die Trennung von seiner Familie, die in München lebt, zu schaffen. Vielleicht hofft er auf einen besseren Posten in der Bundesliga oder in England, wo er wegen seiner Spieler-Zeit beim FC Liverpool und bei Blackburn Rovers einen guten Ruf genießt. Ursprünglich wollte er bis Ende November über seine Zukunft entscheiden. Jetzt bat er um zusätzliche Bedenkzeit. Die gewährt ihm Preetz, der betonte: So lange man sich im Überlegungsprozess befinde, werde Babbel "nicht mit anderen Vereinen sprechen". sid

Foto: kleinschmidt/dpa

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