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Aushilfs-Abwehr gegen Top-Torjäger

Stuttgart. Verlegenheits-Verteidigung gegen Super-Sturm: Im Topspiel der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag, 15.30 Uhr, gegen Spitzenreiter VfL Wolfsburg mit den Torjägern Grafite und Edin Dzeko fehlen Verfolger VfB Stuttgart die Abwehr-Chefs. Statt Serdar Tasci (verletzt) und Matthieu Delpierre (gesperrt) muss Teamchef Markus Babbel Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz spielen lassen Von Elmar Dreher und Gert Glaner (dpa)

Stuttgart. Verlegenheits-Verteidigung gegen Super-Sturm: Im Topspiel der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag, 15.30 Uhr, gegen Spitzenreiter VfL Wolfsburg mit den Torjägern Grafite und Edin Dzeko fehlen Verfolger VfB Stuttgart die Abwehr-Chefs. Statt Serdar Tasci (verletzt) und Matthieu Delpierre (gesperrt) muss Teamchef Markus Babbel Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz spielen lassen. Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger stärkt seiner Aushilfs-Abwehr den Rücken: "Das ist keine Notlösung. Ich mache mir keine großen Sorgen, die zwei machen das." VfL-Trainer Felix Magath sieht in den Personalproblemen ein Plus für seine Elf: "Das kann eventuell eine Schwachstelle beim VfB sein." Für beide Clubs steht viel auf dem Spiel. Wolfsburg kann mit einem Sieg einen Riesenschritt zum Titelgewinn machen. Die Schwaben dürfen nur bei einem "Dreier" weiter von der Meisterschaft träumen. Sollte der Tabellenvierte aber das Duell der besten Rückrunden-Mannschaften verlieren, droht der Absturz aus den Uefa-Cup-Rängen. "Wir wollen das Spiel gewinnen und müssen dafür alles in die Waagschale werfen", so Sportdirektor Horst Heldt, der in den Vorstand des VfB Stuttgart aufrücken soll - und nicht zu Schalke als Manager gehen soll. Dies meldeten Stuttgarter Zeitungen am Freitag. Held ließ dies alles unkommentiert: "Wir denken nur an Wolfsburg. Wir können einen großen Teil dazu beitragen, was da oben passiert", so Heldt. Im Fall einer Revanche für das 1:4 im Hinspiel, nach dem Trainer Armin Veh Babbel Platz machen musste, würde Stuttgart bis auf zwei Punkte an den VfL heranrücken. "Es gibt nichts Schöneres, als sich mit der Nummer eins zu messen", sagt Babbel: "Wir sind guten Mutes, dass wir es schaffen können, gegen den VfL zu gewinnen." Mit einem kompakten Auftritt will Babbel die Kreise von Grafite (23 Tore) und Dzeko (19) einengen. Nicht nur Boulahrouz und Niedermeier seien gegen den Super-Sturm gefordert, sondern die ganze Mannschaft: "Das bisschen, was dann noch auf die Innenverteidigung zukommt, werden die beiden lösen." Magath ist sich sicher, dass der VfL den Wirbel um seinen Wechsel zu Ligakonkurrent Schalke wegsteckt: "Ein Qualitätsmerkmal der Mannschaft ist, und das hat sich beim 4:0 gegen Hoffenheim gezeigt, dass sie sich von einer unruhigen Situation nicht aus dem Konzept bringen lässt. Wir haben eine große Moral und sind durch unsere Erfolgsserie immer stabiler geworden. Das Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen, ist zu groß, als dass sich die Mannschaft nun von meinem Wechsel ablenken lässt." Laut Babbel lässt sich kaum bewerten, ob der Wirbel Auswirkungen hat. Der Magath-Wechsel könne Spielern als Alibi dienen, er könne aber auch eine "Jetzt erst recht"-Haltung auslösen. "Das interessiert mich aber auch nicht. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel."