Ausfall von Steven Zellner in Balingen schockt 1. FC Saarbrücken nicht

Regionalliga Südwest : Ausfälle machen beim FCS keinen nervös

Topspieler Steven Zellner muss passen, doch der Fußball-Regionalligist hat einen breiten und starken Kader wie nie.

„Natürlich sind wir sehr zufrieden mit den drei Punkten gegen den FSV Frankfurt“, sagte Markus Mendler, Spielmacher des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken: „Aber wir müssen am Samstag in Balingen nachlegen, damit wir diese erste englische Woche wirklich erfolgreich abschließen.“

Drei Spiele in sechs Tagen – drei Siege. Das ist der Plan, den Mendler und seine Kollegen jetzt vollenden wollen. Steven Zellner wird dabei allerdings fehlen. Eine Zerrung am Hüftbeuger setzt den Abwehrchef außer Gefecht. Doch wirklich nervös macht der Ausfall beim FCS niemanden. Zu stark und zu breit besetzt ist der aktuelle Kader.

Gegen Frankfurt saß am Mittwoch mit Mendler, Sebastian Jacob, José Pierre Vunguidica, Boné Uaferro und Tobias Jänicke die Erfahrung aus weit über 200 Zweitliga-Spielen nur auf der Bank. Ein „Unterschiedsspieler“ wie Timm Golley gehörte nicht einmal dem Kader an, Gleiches gilt für die Talente Rasim Bulic, Nino Miotke oder Lukas Quirin. „Wir treffen Entscheidungen im Sinne der Mannschaft“, sagt FCS-Trainer Dirk Lottner zur Qual der Wahl der Aufstellung: „Gerade auch gegen Balingen, wo die Körperlichkeit von Beginn an gefragt sein wird. Es wird sich definitiv was ändern.“

Anthony Barylla, im DFB-Pokal gegen Zweitligist Regensburg draußen, gegen Frankfurt wieder dabei, stört die Stärke des Aufgebots und die damit verbundenen Rotationsmöglichkeiten überhaupt nicht. „Es gehört zum Fußball – gerade in einer englischen Woche. Es ist ein Grundstein dafür, Großes zu erreichen“, sagt der Neuzugang: „Man muss die eigenen Ziele denen der Mannschaft unterordnen. Nur so kann man ganz weit kommen.“

Und der Gegner scheint – zumindest auf dem Papier – nach Zweitligist Jahn Regensburg und dem FSV Frankfurt die leichteste der drei Aufgaben zu sein. Die TSG Balingen konnte aus ihren bisherigen vier Liga-Partien nicht einen einzigen Zähler sammeln. „Wir hatten in den vergangenen Spielen immer wieder gute Phasen, auf diesen müssen wir nun aufbauen“, sagte Balingens Kapitän Nils Schuon nach der 0:1-Niederlage gegen Mainz 05 II am Mittwoch: „Das war die bisher beste Saisonleistung von uns und auch eines unserer besten Auswärtsspiele in der Regionalliga überhaupt.“

Die scheinbar unlösbare Aufgabe gegen den Titelfavoriten aus dem Saarland sieht man als „Bonusspiel“, denn „Saarbrücken ist zum Siegen verdammt“, findet Schuon: „Das kann unsere Chance sein. Mit etwas Glück, das wir die vergangenen Wochen nicht hatten, werden wir etwas Zählbares mitnehmen.“

Auch in der vergangenen Saison, als die Partie in Reutlingen ausgetragen wurde, war der FCS Favorit. An diesem Samstag ab 14 Uhr in der Balinger „Bizerba-Arena“ soll aber ein anderes Ergebnis für die Mannschaft von Dirk Lottner rausspringen. Damals verlor der FCS mit 1:2 – und Lottner in der anschließenden Pressekonferenz die Contenance. „Wir haben den Kampf nicht angenommen, nicht die richtige Einstellung zum Spiel bekommen“, erinnert er sich: „Balingen ist eine Mannschaft, die du erst mal bearbeiten musst, um sie dahin zu bringen, dass die Räume mal größer werden. Es wird die Hauptaufgabe, den Kampf anzunehmen und dann unsere Qualität durchzubringen.“

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