Augsburgs Torhüter Luthe beißt sich Teil der Zunge ab

Fußball-Bundesliga : Luthe beißt sich Stück von Zunge ab

Der FC Augsburg ist durch vier Niederlagen in Folge in den Tabellenkeller gerutscht.

Am Sonntagmorgen, dem 2. Advent, kündigte der FC Augsburg via Twitter an, dass Torwart Andreas Luthe für ein exklusives Abendessen unter dem Motto „Meet and Greet“ als Gast zur Verfügung stehe. Zu gewinnen durch das Türchen mit der Nummer 9 im Augsburger Weihnachtskalender.

Ob Luthe dazu wirklich Lust hat, darf bezweifelt werden. Denn die 0:1-Niederlage bei Bayer Leverkusen am Samstag hatte für den Torhüter schmerzhafte Folgen: Er biss sich nach einem Zusammenprall mit Leverkusens Kevin Volland (35. Minute) einen Teil seiner Zunge ab, spielte aber trotzdem durch.

Es fühlte sich an, „als habe mich ein Auto angefahren“, sagte Luthe nach dem Spiel. Zeigen wollte er die Verletzung nicht: „Das ist nichts fürs TV-Bild. Ich habe immer wieder Blut ausgespuckt. Irgendwann hat es aufgehört zu bluten. Aber wenn ich sauge, kommt immer noch was.“

Die ganze Saison über spielt der 31-Jährige, der am fünften Spieltag Fabian Giefer ablöste und erstmals in seiner Karriere Stammtorhüter in der Bundesliga ist, wegen eines kaputten Fingers mit einem Spezialhandschuh. Am Samstag habe er weitergespielt, „weil die Ärzte alles abgefragt haben und ich alles gewusst habe“. Aber natürlich sei das alles „nix für schwache Nerven“.

Luthe ist ohnehin der etwas andere Profi. Als Mitgründer des Vereins „In safe Hands“ setzt er sich für die Integration benachteiligter Jugendlicher ein. Er hat Informatik studiert, beschäftigt sich mit Philosophie, wirbt in einem Internet-Video für vegane Ernährung.

Die sportliche Situation des FC Augsburg ist prekär. Genau deshalb brauchen die Schwaben Spieler vom Kaliber Luthe. Seit sieben Spielen ist der FCA ohne Sieg, seit vier ohne Punkt, da muss man von einer Krise sprechen. Luthe glaubt aber an sein Team. „Wir hatten in den vergangenen Jahren immer wieder solche Phasen“, sagte er: „Ich weiß nicht, ob jeder Verein da unten sich damit auskennt. Wir tun es.“