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Fußball-Regionalliga
Experte Dausch ruft den Aufstieg als Ziel aus

 Willkommen zurück: Martin Dausch (links, hier mit Teamkollege Marcel Carl) ist die gute Laune anzusehen. Nach einem halben Jahr Verletzungspause ist Dausch wieder voll dabei.
Willkommen zurück: Martin Dausch (links, hier mit Teamkollege Marcel Carl) ist die gute Laune anzusehen. Nach einem halben Jahr Verletzungspause ist Dausch wieder voll dabei. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der 32-Jährige meldet sich nach einem halben Jahr Verletzungspause zurück – und will mit dem FCS unbedingt hoch in die 3. Liga. Von Patric Cordier

Tatort FC-Sportfeld, rechts an der Strafraumgrenze. Es gibt Freistoß. Martin Dausch schnappt sich wie selbstverständlich den Ball. Dann gibt der Mittelfeldspieler des 1. FC Saarbrücken kurz ein Handzeichen und tritt an. Doch statt auf dem Kopf eines Mitspielers landet die Flanke fast auf dem benachbarten Kunstrasenplatz. Die Szene aus dem Auftakttraining des Fußball-Regionalligisten vom Montag zeigt: Dausch ist wieder da und bereit, Verantwortung zu übernehmen, doch noch ist er längst nicht in alter Form.


„Das passiert auch, wenn man nicht so lange weg war“, sagt der 32-Jährige, der sich in der Sommervorbereitung eine Achillessehnenverletzung zugezogen hatte und erst jetzt wieder ins komplette Mannschaftstraining eingestiegen ist. „Es war schon hart. Ich bin froh, wieder dabei zu sein“, sagt Dausch.

Das Jahr 2018 – für Dausch war es sportlich eines zum Vergessen: ein Faserriss im Trainingslager im Januar, eine Bauchmuskelzerrung, eine gebrochene Rippe, wieder ein Faserriss und dann nach dem verpassten Aufstieg die Achillessehne. „Es war eine ganz normale Aktion, wie sie in jedem Training vorkommt“, erinnert sich der Allgäuer, der am nächsten Tag noch gespielt und am zweiten Tag noch mal trainiert hatte. Doch es wurde schlimmer statt besser. „Wir haben dann eine MRT-Untersuchung gemacht. Und dabei kam raus, dass die Sehne ziemlich kaputt ist“, sagt Dausch. Die Operation fand in Basel beim Spezialisten Lukas Weishaupt statt. „Er hat mir gleich Mut gemacht, dass es wieder funktionieren wird mit dem Fußball. Die Reha in Homburg hat dann trotz allem viel Spaß gemacht.“



Der große Rückhalt für Dausch waren in der schweren Zeit Ehefrau Lisa und die drei Kinder. Die Familie ist im Saarland heimisch geworden, plant längerfristig, im Land zu bleiben. „Der Große kommt jetzt in die Schule. Wir suchen einen Bauplatz. Der Menschenschlag hier passt einfach zu uns. Wir fühlen uns richtig wohl.“ Dauschs Vertrag läuft im Sommer aus, verlängert sich beim Aufstieg allerdings automatisch. Ein, zwei Jahre spielen will er auf jeden Fall noch – am liebsten mit dem FCS in der 3. Liga.

Einer wie Dausch hat der Mannschaft gefehlt in der Vorrunde – spielerisch lief es lange nicht rund, und auch was das Zwischenmenschliche angeht, hätte der erfahrene Dausch dem Team sicher gut getan. Gerade bei der Verarbeitung der Enttäuschung in München, als der Aufstieg zum Greifen nah und dann doch so fern war. „Ich habe ein gewisses Standing in der Mannschaft. Die Jungs hören schon zu, wenn ich etwas sage“, erzählt Dausch, der gerade wegen seiner Erfahrung weiß, dass Führungsspieler nicht immer Lautsprecher sein müssen: „Die Mannschaft hat sich in den letzten Spielen ein Stück weit gefunden. Ich kann jetzt nicht einfach kommen und sagen, ich gehöre in die Startelf. Das geht alles nur über Leistung.“

Sieben Wochen Wintervorbereitung mögen für einige Spieler lang sein, für Dausch ist es optimal, um sich wieder an oder gar in die Mannschaft zu arbeiten. „Ich werde in den Testspielen meine Einsatzzeit bekommen. Den Rest entscheidet der Trainer“, sagt Dausch, der in seiner Karriere vier Mal aufgestiegen ist. „Mit Duisburg und mit Aalen waren wir in der Winterpause sechs Punkte hinten dran. Unsere Mannschaft ist gut genug, das zu schaffen“, sagt Dausch zum Duell mit Spitzenreiter SV Waldhof (fünf Punkte davor): „Wir müssen uns alle dem großen Ziel unterordnen. Wir werden Anfang März in Mannheim gewinnen, und dann werden wir weitersehen. Die Mannschaft glaubt daran. Und erst wenn dieser Glaube nicht mehr da ist, wird es schwierig.“ Mit Martin Dausch ist ein Hoffnungsträger endlich wieder dabei.