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Aufstieg in die Regierung des Fußballs

Aufstieg in die Regierung des Fußballs

Paris. Über den Kongress der Europäischen Fußball-Union (Uefa) soll Theo Zwanziger heute in die Regierung des Fußballs aufsteigen. Bei der Zusammenkunft der 53 Mitgliedsverbände der Uefa in Paris will der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Erbe von Franz Beckenbauer antreten. Die Uefa soll Zwanziger als dessen Nachfolger in das Exekutivkomitee der Weltverbandes Fifa wählen

Paris. Über den Kongress der Europäischen Fußball-Union (Uefa) soll Theo Zwanziger heute in die Regierung des Fußballs aufsteigen. Bei der Zusammenkunft der 53 Mitgliedsverbände der Uefa in Paris will der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das Erbe von Franz Beckenbauer antreten. Die Uefa soll Zwanziger als dessen Nachfolger in das Exekutivkomitee der Weltverbandes Fifa wählen. Der 65 Jahre alte Jurist aus Altendiez hat keinen Gegenkandidaten.Zwanziger möchte im heftig kritisierten Weltverband mitgestalten und Strukturen aufbrechen. "Absolute Transparenz in den wichtigen Entscheidungen", fordert er. Zudem müssten "die Verfahrenswege und die Entscheidungsprozesse klar definiert sein. Ich kann mich nur wiederholen: Transparenz ist der größte Feind von Korruption und Manipulation."

Nicht nur wegen der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar und der Korruptionsvorwürfe gegen zahlreiche Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees hat das Image des Weltverbandes unter dem umstrittenen Strippenzieher und Präsidenten Joseph Blatter gelitten. "Mächtige, große und weltumspannende Verbände sieht so mancher ja nicht gerne in einer schönen Rolle", sagt Zwanziger. Er habe die Fifa-Verantwortlichen und Blatter aber "nie so erlebt, wie sie zum Teil in den Medien beschrieben werden". Zwanziger fügt aber an: "Damit sage ich nicht, dass alle Entscheidungen, die beim Weltverband getroffen werden, sachgerecht und der Weisheit letzter Schluss gewesen sind."

Zwanziger will auch versuchen, den Einfluss des DFB in der oft undurchsichtigen Sportpolitik zu vergrößern. "Es ist wichtig für den deutschen Fußball, dass wir auf internationaler Ebene mitarbeiten. Sollte ich gewählt werden, werde ich mein Bestes tun", erklärt Zwanziger. Und die viel zitierten Fußstapfen von Beckenbauer - wie groß sind sie für den Funktionär? "Franz Beckenbauer ist ein großer Fußballer gewesen. Da komme ich doch bei weitem nicht ran", sagt Zwanziger. Als Neuling in der Fußball-Regierung müsse er jetzt aber erst einmal "vernünftige Gespräche führen und sich nach den Fähigkeiten einsetzen, die man hat". dpa