Aufruf zum wilden Streik: Verband sperrt Schiedsrichter aus Wadern

Nach Aufruf zum wildem Streik : Waderner Schiedsrichter reagiert überrascht auf Sperre durch Saar-Verband

Oliver Thome: Bislang nicht vom Kreisschiedsrichterausschuss Westsaar über die Entscheidung informiert.

Noch liegt Oliver Thome die Entscheidung des Kreisschiedsrichterausschusses Westsaar über seine Sperre bis zum Ende der Vorrunde im Saar-Fußball bis Februar nicht vor. „Ich habe bislang nur durch die Medien davon erfahren“, sagt der Unparteiische aus Wadern am Mittwoch (23. Oktober) auf Nachfrage. Mit der Sanktion gehe der Verband gegen Thomes Aufruf zu einem wilden Streik der Schiris vor. Zu dem hatte er im September nach Übergriffen auf seine Kollegen reagiert. Die befristeten Ausschuss bestätigt Verbandsschiedsrichterobmann des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), Volkmar Fischer. Demnach sei die Entscheidung bereits am Donnerstag, 17. Oktober, gefallen.

Gesperrt: der Waderner Schiedsrichter Oliver Thome. Foto: Oliver Thome/privat

Während einer Sitzung des Gremiums sprachen sich die Vertreter für die zeitbefristete Sperre aus. Bereits zuvor hatte ihn sein Fußballkreis Saar West von Spieleinsätzen zurückgezogen, wie er damals der SZ berichtete. Seine Ankündigung, dass Schiedsrichter nach Attacken durchaus auch zu einem wilden Ausstand bereit wären, brachte ihm den Zorn der Vorgesetzten ein. Sein Schiedsrichter Obmann Alfons Fries aus Losheim verteidigte im September den Schritt, Thome von Spieleinsätzen zurückzuziehen. So habe dieser mit seinem Aufruf zu einem ungezügelten Ausstand gegen satzungsgemäße Aufgaben der Schiedsrichter verstoßen, was der Verband nun mit seiner Entscheidung bekräftigte.

Auslöser war letztlich die Attacke auf einen Unparteiischen während eines C-Junioren-Spiels in Merziig-Brotdorf, die für das Opfer im Krankenhaus endete. Danach klagten Schiris über vermehrte Übergriffe. Der Fußballverband verschärfte daraufhin seine Strafen. Auch Saar-Sportminister Klaus Bouillon (CDU) schaltete sich ein: Er benannte einen Polizisten als direkten Ansprechpartner für solche Zwischenfälle. Auch bei der Staatsanwaltschaft sollten entsprechende Verfahren Priorität erlangen.

Wie Oliver Thome auf die jetzige Entscheidung auf Verbandsebene reagiert, ist noch offen. Er warte auf die schriftliche Information darüber. Ein Einspruch ist möglich, sagt Fischer. Zehn Tage nach Zugang der schriftlichen Information zu der Entscheidung habe Thome dazu Zeit. Wenn er dies wahrnimmt, befasse sich der Verbandsausschuss auf Landesebene mit dem Fall. Schiedsrichterausschüsse haben demnach mehrere Möglichkeiten einer Sanktionierung. Die Ordnung sehe nach Fischers Angaben Verwarnungen, Verweise, einen befristeten bis hin zu einem endgültigen Ausschluss vor.

Mehr von Saarbrücker Zeitung