Auf Konfrontationskurs: 96-Chef Kind will keine Ultras mehr

Hannover. Der große Zauber bei Hannover 96 ist vorbei. Die Mannschaft dümpelt im Bundesliga-Mittelfeld, und Teile des eigenen Anhangs fallen seit Monaten durch Krawalle und Ausschreitungen auf. Keine zwei Jahre nach der berauschenden Europapokal-Nacht gegen den FC Sevilla, als 49 000 Zuschauer das 96-Team 90 Minuten anfeuerten, ist die Euphorie verflogen

Hannover. Der große Zauber bei Hannover 96 ist vorbei. Die Mannschaft dümpelt im Bundesliga-Mittelfeld, und Teile des eigenen Anhangs fallen seit Monaten durch Krawalle und Ausschreitungen auf. Keine zwei Jahre nach der berauschenden Europapokal-Nacht gegen den FC Sevilla, als 49 000 Zuschauer das 96-Team 90 Minuten anfeuerten, ist die Euphorie verflogen. Der Streit mit den Ultras hat einen tiefen Graben aufgerissen.

Vereinspräsident Martin Kind überlegt, den Ultras in der nächsten Saison keine Eintrittskarten zu verkaufen. "Das sind Pseudo-Fans. Das Beste ist, sie bleiben weg", erklärte der 96-Chef. In dieser Woche will er mit Fan-Vertretern über einen Maßnahmenkatalog für die nächste Saison diskutieren. Ein Ticket-Verkaufsverbot wäre eine weitere Maßnahme des Vereins, der bereits Stadionverbote verhängt hat und eine strenge Stadionordnung besitzt. Zudem wurden die Eintrittspreise für das Europapokalspiel gegen Anschi Machatschkala am 21. Februar in zwei Fan-Blöcken erhöht - eine Strafaktion für den verbotenen Einsatz von Pyrotechnik.

Hannover 96 musste in der vorigen Saison rund 80 000 Euro an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Europäische Fußball Union (Uefa) zahlen - hauptsächlich wegen des Zündens von Bengalos. Auch der 96-Anhänger, der in Bremen erwischt wurde, soll nun zahlen.

Mit der Bahnhofs-Randale im Bremer Vorort Achim, wo am Freitag mehrere hundert 96-Anhänger vor dem Werder-Spiel von der Polizei nach Hannover zurückgeschickt wurden, ist für Kind eine neue Stufe erreicht. Ausdrücklich begrüßte der Unternehmer das Vorgehen der Beamten, die die Personalien von 434 Verdächtigten ermittelten. Fanvertreter bezeichneten das Verhalten der Polizei als unverhältnismäßig und teilweise als willkürlich. dpa

Foto: Sarbach/dapd