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Auf des Messers Schneide

Auf des Messers Schneide

Köllerbach. Wer ein echter Ringer-Fan ist, der lässt sich weder von Witterungsverhältnissen noch von einem hochheiligen Feiertag davon abhalten, sich einen wichtigen Kampf anzuschauen. Und so trotzten gut 900 Zuschauer gestern Eis und Schnee auf den Straßen, um ihren KSV Köllerbach im Püttlinger Trimm Treff im Halbfinal-Hinkampf gegen die RWG Mömbris-Königshofen zu unterstützen

Köllerbach. Wer ein echter Ringer-Fan ist, der lässt sich weder von Witterungsverhältnissen noch von einem hochheiligen Feiertag davon abhalten, sich einen wichtigen Kampf anzuschauen. Und so trotzten gut 900 Zuschauer gestern Eis und Schnee auf den Straßen, um ihren KSV Köllerbach im Püttlinger Trimm Treff im Halbfinal-Hinkampf gegen die RWG Mömbris-Königshofen zu unterstützen.

Die Verletzung von Kapitän Konstantin "Kosta" Schneider aus dem Viertelfinale gegen den 1. Luckenwalder SC - Abriss des Brustmuskels - zwang das Köllerbach Trainerteam um Thomas Geid zu einer Umstellung. Anstelle des Altmeisters musste Timo Badusch in der Klasse bis 74 Kilo griechisch-römisch gegen den Mömbriser Benjamin Stange auf die Matte. Außerdem fehlte Emil Milev (66 Kilo griechisch-römisch), für den der 19 Jahre alte Manuel Pitz gegen Bengt Trageser antreten musste. Trageser, trotz seiner erst 26 Jahre ein Mömbriser Urgestein, hat gegen schon so ziemlich jeden Köllerbacher gerungen - Namen wie Juriy Kohl, Albert Nourov und sogar Alfred Ter Mkrtchyan tauchen in seiner Statistik auf.

Das Halbfinale begann gut für den KSV Köllerbach. Der 43 Jahre alte Altmeister Vladimir Togousov, der in der regulären Bundesliga-Vorrunde gegen Krassimir Krastanov noch mit 1:3 Runden unterlegen war, drehte diesmal den Spieß um und brachte Köllerbach mit 3:1 in Führung. Der Schwede Jimmy Lidberg, eigentlich ein 96-Kilo-Mann, stellte sich in den Dienst der Mannschaft und gab in der Klasse bis 120 Kilo griechisch-römisch gegen seinen Landsmann Johan Euren, der 17 Kilogramm mehr auf die Waage brachte, nur einen Punkt ab, weil Euren zwar alle drei Runden gewann, aber keinen technischen Punkt erzielen konnte.

Die nicht unbedingt unerwartete 0:3-Niederlage von Venelin Venkov gegen Ceyhan Zaidov (60 Kilo griechisch-römisch) machte Pavlo Oliynik anschließend auf überragende Art und Weise wett. Der Ukrainer spielte in der Klasse bis 96 Kilo Freistil mit Oldrik Wagner, immerhin vierfacher deutscher Meister, Katz und Maus und siegte mit 3:0. Nach dem knappen 1:3 (Rundenergebnisse 1:2, 0:1, 1:0 und 0:1) von Martin Daum im Duell mit seinem Nationalmannschaftskollegen Saba Bolaghi ging der KSV Köllerbach mit einem 7:8 in die Pause.

Doch die Stimmung im Trimm Treff war bestens - nicht zuletzt, weil der KSV für eine traditionell starke zweite Hälfte bekannt ist. Zurecht, wie sich zeigte, denn Jan Fischer bezwang seinen Gegner Jim Pettersson zum Auftakt des zweiten Durchgangs mit 1:0. Manuel Pitz schlug sich anschließend wacker gegen Bengt Trageser, verlor aber mit 0:3. Konstantin Völk war es danach vorbehalten, für einen der Höhepunkte des Abends zu sorgen. Der 84-Kilo-Mann im freien Stil gewann die erste Runde gegen den deutschen Meister Peter Weisenberger, verletzte sich dann aber in der zweiten Runde am Bein. Humpelnd und unter Schmerzen biss Völk aber auf die Zähne und gewann noch mit 3:1 - die Zuschauer im Trimm Treff standen Kopf.

Punktegarant Andriy Shyyka brachte den KSV dann mit 15:12 in Führung, weil sein Gegner Paata Nozadze auf der Matte lieber weglief, statt zu ringen, und von Mattenleiter Peter Abele zurecht disqualifiziert wurde. Im letzten Kampf unterlag Timo Badusch Benjamin Stange mit 1:3 - mehr war für den Grippe geschwächten Ersatz von Konstantin Schneider nicht drin, auch wenn ihn die Halle mit "Timo, Timo"-Sprechchören anfeuerte.

"Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte der Köllerbacher Teamleiter Thomas Geid hinterher: "In der regulären Runde haben wir schließlich zwei Mal gegen Mömbris verloren." Der Rückkampf am kommenden Sonntag, 2. Januar, wird eine enge Kiste, aber "es ist alles drin", sagte Geid. "Ich bin

stolz auf die Mannschaft."

KSV-Teamleiter Thomas Geid