Auf der Jagd nach dem Streckenrekord

St. Wendel. Geoffrey Gikuni kann einmal ein ganz Großer werden. Allerdings nicht von der Körpergröße her - da wird sich bei dem 25-jährigen Kenianer nicht mehr allzu viel tun. Aber in Sachen Marathon könnte er in wenigen Jahren weltweit zu den Top-Athleten zählen

 2800 Läuferinnen und Läufer gingen 2008 beim Marathon in St. Wendel an den Start. Ähnliche Bilder dürfte es an diesem Sonntag nach den guten Anmeldezahlen wieder geben. Foto: dia-saar.de

2800 Läuferinnen und Läufer gingen 2008 beim Marathon in St. Wendel an den Start. Ähnliche Bilder dürfte es an diesem Sonntag nach den guten Anmeldezahlen wieder geben. Foto: dia-saar.de

St. Wendel. Geoffrey Gikuni kann einmal ein ganz Großer werden. Allerdings nicht von der Körpergröße her - da wird sich bei dem 25-jährigen Kenianer nicht mehr allzu viel tun. Aber in Sachen Marathon könnte er in wenigen Jahren weltweit zu den Top-Athleten zählen. In der Halbmarathon-Distanz gehört der Schwarzafrikaner nach nur drei Trainingsjahren bereits zur erweiterten Weltspitze, was seine Bestzeit von 61:24 Minuten belegt.

Bei den 42,195 Kilometern von St. Wendel an diesem Sonntag ist Gikuni aber "nur" als Hase, also als Tempo-Macher für seine Landsmänner David Cheruiyot Sang, Hilary Mutai und Peter Ndegwa Nyambura unterwegs. Die vier Mann starke Mannschaft, die über das Laufprojekt "run2gether" ins Saarland gekommen ist, will in St. Wendel nicht nur den Sieger stellen, sondern auch den Streckenrekord von 2:17,44 Stunden knacken. Den hatte Vorjahressieger Sergej Zachepa bei nasskalten zehn Grad aufgestellt.

Der Ukrainer Zachepa ist in diesem Jahr nicht am Start, dafür aber sein Landsmann Vasil Remshchuk. Der war im Vorjahr kurzerhand vom Marathon auf die Halbdistanz gewechselt und hatte sich dort in 1:06,56 Stunden den Sieg geholt. Sehr zum Missfallen der eigentlichen Halbmarathon-Läufer, die den Tempo-Macher nicht auf der Rechnung hatten. Um zu verhindern, dass in diesem Jahr Ähnliches passiert, wurde vertraglich festgehalten, dass Gikuni für seine drei Landsleuten mindestens bis Kilometer 25 das Tempo anzieht. Damit in St. Wendel am Ende eine neue Bestmarke steht - denn das ist der Wunsch von Bürgermeister Klaus Bouillon: "Wir wollen zwar den Charakter einer Breitensport-Veranstaltung beibehalten, aber die Läufer sollen wissen: St. Wendel ist eine schnelle Strecke. Denn auf die Endzeiten der Spitzenläufer gucken auch die Hobbyläufer, und danach wählen sie aus, wo sie an den Start gehen." In den kommenden Jahren will er noch mehr Spitzenläufer nach St. Wendel holen: "Wir wollen dem Marathon in einem vernünftigen Rahmen einen internationalen ,Touch' verpassen."

Internationalen Anstrich hat der Marathon mit seinen drei kenianischen Läufern und dem Ukrainer Remshchuk schon in diesem Jahr. "Einer dieser Vier wird das Rennen machen", sagt Marathon-Planer Thomas Wüst: "Remshchuk hat eine Marathon-Bestzeit von 2:17 Stunden und wird wohl versuchen, sich an die Kenianer dranzuhängen. Aber ich tippe mal, dass er nicht gewinnen kann, denn die vier werden ihn platt laufen." Die Bestzeit für Hilary Mutai liegt bei 2:12 Stunden, Peter Ndegwa Nyambura ist einen Marathon sogar schon 2:11 Stunden gelaufen. Bei der Pressekonferenz im Sitzungssaal des St. Wendeler Rathauses wollten sich die Kenianer auf keine Zeit festlegen. Der Rekord aus dem Vorjahr wird jedoch wackeln. Und auch fallen - wenn alles nach Plan läuft. Start zum Globus-Stadtmarathon an diesem Sonntag ist um 10 Uhr.

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