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Auf dem Weg in die Geschichtsbücher

Auf dem Weg in die Geschichtsbücher

Saarlouis. Geschichte schreibt der TV Saarlouis Royals an diesem Wochenende im Turnier um den deutschen Basketball-Pokal der Frauen. Noch nie zuvor hat es ein Zweitligist so weit geschafft. Am Samstag um 16 Uhr treffen sie im Top4-Turnier in Freiburg auf den Titelverteidiger evo New Basket Oberhausen

Saarlouis. Geschichte schreibt der TV Saarlouis Royals an diesem Wochenende im Turnier um den deutschen Basketball-Pokal der Frauen. Noch nie zuvor hat es ein Zweitligist so weit geschafft. Am Samstag um 16 Uhr treffen sie im Top4-Turnier in Freiburg auf den Titelverteidiger evo New Basket Oberhausen. Die Royals knüpfen also wieder an große Zeiten an - so wie 2010, in ihrem bisher erfolgreichsten Jahr. Damals erreichten sie sogar das Halbfinale des Europapokals.

Drei Pokalsiege in Folge

Rückblende. Die Ministerin für Sport, Annegret Kramp-Karrenbauer, schreibt damals: "Niemand hatte die Royals auf der Rechnung. Jetzt weiß jede Basketballerin in Europa, wo Saarlouis liegt." In Deutschland holen die Royals alle Titel: Sie werden zum zweiten Mal in Folge deutscher Meister und nach dem 78:67-Sieg über den TSV 1880 Wasserburg im Finale auch Pokalsieger. Kramp-Karrenbauer ist eine der ersten Gratulantinnen in der Saarlouiser Stadtgartenhalle. Es ist der dritte Pokalgewinn nacheinander. "Sie sind das Aushängeschild des Saar-Sports geworden und haben schon jetzt Geschichte geschrieben", so die Ministerin.

2011 steigt Annegret Kramp-Karrenbauer zur Regierungschefin des Saarlandes auf und ist es bis heute. Die Royals hingegen erleiden in der Saison 2012/13 den sportlichen Kollaps. Nach 18 Niederlagen in 22 Spielen steigen sie als Tabellenletzte ab. Trainer René Spandauw bleibt. Aus den Trümmern einer verkorksten Spielzeit baut er das beste Team der 2. Bundesliga Süd. Markenzeichen: Tempobasketball. Auch die Fans halten die Treue. Spielerin Levke Brodersen (18) sagt: "Ich spiele so gern in Saarlouis, weil immer so viele Fans da sind. Das treibt einen richtig an, immer weiter zu kämpfen."

Zurück ins Hier und Jetzt. Nach 18 Siegen in 20 Spielen stehen die Royals wieder oben. Erster Platz in der 2. Liga Süd, souverän qualifiziert für die Aufstiegsrunde. Im Pokal haben sie sogar die Erstliga-Überflieger TSV 1880 Wasserburg (76:73) und SV Halle Lions (63:53) aus dem Wettbewerb geworfen. Kein Team aus Liga zwei hat bisher Vergleichbares geschafft "Da habe ich nicht mit gerechnet. Vor allem der Sieg gegen Wasserburg", erinnert sich Brodersen. Schließlich sind die Bayerinnen Favorit auf die deutsche Meisterschaft.

Nun also greift Saarlouis wieder nach dem Pokal. "Grandios", freut sich Kapitän Laura Rahn (26). "Die Stimmung ist sehr gut. Wir freuen uns alle auf das Wochenende." Der Gegner am Samstag ist ausgerechnet Titelverteidiger evo New Basket Oberhausen, trainiert von Ex-Royal Katja Zberch. "Die zweitbeste Rückrundenmannschaft der 1. Liga", sagt Spandauw. "Aber ich weiß schon, wie wir sie schlagen können." Spielmacherin Merideth Marsh (25) meint: "Wir gehen als Außenseiter in die Partie, aber das spielt uns in die Hände. Wir haben es verdient, dort zu sein."

Dribbeln sich die Royals an Oberhausen vorbei ins Finale, spielen sie am Sonntag um 16 Uhr in Halle 2 des Freiburger Instituts für Sport und Sportwissenschaft gegen den Sieger aus dem zweiten Halbfinale - die Heli Girls Nördlingen Donau-Ries oder die Eisvögel USC Freiburg. Verlieren sie, gibt es am Sonntag um 13.15 Uhr ein Spiel um Platz drei. Marsh aber ist sicher: "Wir werden gewinnen." Und am Sonntagabend steht dann vielleicht im Basketball Geschichtsbuch: "Pokalsieger 2013: TV Saarlouis Royals."