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Auf dem Boden der Tatsachen

Auf dem Boden der Tatsachen

Belgrad. Die deutschen Handballer sind wieder angekommen - auf dem Boden der Tatsachen. Sie haben bei der Europameisterschaft in Serbien nach ihrem Höheflug den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger unterlag im zweiten Hauptrundenspiel in Belgrad gestern Vize-Weltmeister Dänemark mit 26:28 (14:17)

Belgrad. Die deutschen Handballer sind wieder angekommen - auf dem Boden der Tatsachen. Sie haben bei der Europameisterschaft in Serbien nach ihrem Höheflug den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger unterlag im zweiten Hauptrundenspiel in Belgrad gestern Vize-Weltmeister Dänemark mit 26:28 (14:17).Mit einem Sieg gegen den Erzrivalen Polen am Mittwoch hätte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) aber dennoch erstmals seit der EM 2008 bei einem Großereignis wieder die Vorschlussrunde erreicht und ein Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier so gut wie sicher. Beste deutsche Werfer waren Michael Haaß, Uwe Gensheimer, Lars Kaufmann und Christoph Theuerkauf mit je vier Toren.

"Wir haben den Abschluss zu früh gesucht und die Dänen nicht so in Bewegung gebracht. Wir haben noch eine Chance gegen Polen", sagte der erneut schwache Kapitän Pascal Hens, der seine eigene Leistung kurz und bündig mit einem Wort zusammenfasste: "Scheiße."

Dank einer aufmerksamen und stabilen Deckung sowie eines erneut starken Torhüters Silvio Heinevetter erwischte die DHB-Auswahl vor rund 5000 Zuschauern in der Belgrad-Arena zunächst aber einen glänzenden Start. Nach sieben Minuten lag das Team mit 6:2 in Führung. Der Flensburger Holger Glandorf setzte sich dabei im Angriff immer wieder gut in Szene und verteidigte gegen den dänischen Topstar Mikkel Hansen stark. Dennoch kam ein Bruch ins deutsche Spiel. Besonders gegen die kompakte 6:0-Abwehr der Dänen tat sich der deutsche Angriff über weite Strecken schwer.

So musste das DHB-Team erst den Ausgleich (6:6/13. Minute) hinnehmen und lag nach einem Gegentreffer des Hamburger Rechtsaußens Hans Lindberg erstmals im Rückstand (10:11/22.). Heuberger reagierte, brachte Kaufmann für Hens und nahm eine Auszeit. "Wir kriegen zu leichte Tore", sagte Heuberger. Bis zur Pause zeigte sich seine Mannschaft im Angriff aber weiter zu ungeduldig und musste immer wieder Gegentreffer nach Gegenstößen schlucken.

Auch nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Deutschland war bemüht, doch im Angriff unterliefen dem Weltmeister von 2007 zu viele einfache Ballverluste. So setzten sich die Dänen, die mit null Punkten in die Hauptrunde gestartet waren und nun wieder eine Chance auf das Halbfinale haben, bis zur 39. Minute auf fünf Tore ab (22:17). Obwohl die Deutschen kämpften, reichte es nicht für die Wende.

"Wenn wir das Halbfinale erreichen, ist alles möglich. Auch der Titel. Ich habe bisher keine Mannschaft gesehen, bei der ich sagen würde, da haben wir keine Chance", hatte DHB-Präsident Ulrich Strombach vor dem Spiel noch erklärt. Trotz der Niederlage kann der Traum von Strombach immer noch in Erfüllung gehen. sid

"Wir haben den Abschluss zu früh gesucht."

Kapitän

Pascal Hens