| 20:21 Uhr

Auch Fußballer bedienen sich

Saarbrücken. Wie trainiert man seinen Körper ganzheitlich, gleichmäßig und gesundheitsschonend? Manche Menschen lassen sich dafür von zertifizierten Fitnesstrainern komplizierte Übungsspläne erstellen. Andere investieren in Fitnessgeräte von der Größe und Preisklasse eines Kleinwagens. Und wieder andere kämpfen sich durch bergeweise Ratgeber-Literatur Von SZ-Mitarbeiter Mirko Reuther

Saarbrücken. Wie trainiert man seinen Körper ganzheitlich, gleichmäßig und gesundheitsschonend? Manche Menschen lassen sich dafür von zertifizierten Fitnesstrainern komplizierte Übungsspläne erstellen. Andere investieren in Fitnessgeräte von der Größe und Preisklasse eines Kleinwagens. Und wieder andere kämpfen sich durch bergeweise Ratgeber-Literatur.



Für Hans-Eduard Meyer ist die Antwort weitaus einfacher, spannender und schonender für den Geldbeutel: "Taekwondo ist eine physisch umfassende Sportart, bei der alle Muskeln und Gelenke im Körper beansprucht werden. Wir hatten schon Leute im Training, die sich für fit gehalten haben, denen dann aber anschließend Muskeln weh getan haben, die sie noch nie gespürt haben", sagt Meyer lachend und ergänzt: "Aber auch in gesundheitlicher Hinsicht ist Taekwondo hilfreich. Zum Beispiel bei der Vorbeugung und Verminderung von Rückenschmerzen."

Nun könnte man einwenden, dass der Vorsitzende der Taekwondo-Union Saar mit dieser Darstellung eventuell einfach ein wenig Werbung für seinen Sport machen möchte. Doch längst teilen auch Vertreter anderer Sportarten die Meinung von Meyer. Zum Beispiel Margret Kratz. Die ehemalige Nationalspielerin ist Verbandssportlehrerin des Saarländischen Fußball-Verbandes und Leiterin der Eliteschule für Mädchen- und Frauenfußball in Saarbrücken. Im Trainingsplan der Nachwuchsfußballerinnen werden regelmäßig andere Sportarten integriert - darunter jetzt auch Taekwondo. "Wir schauen ständig über den Tellerrand und lassen uns auch von anderen Sportarten beeinflussen. Bewegungsvielfalt und Koordination kommen zu kurz, wenn man sich früh ausschließlich auf Fußball spezialisiert. Deshalb arbeiten wir auch mit dem Taekwondo-Verband zusammen, der im neuen Jahr einmal in der Woche ein Training hier an der Sportschule für unsere Spielerinnen anbietet."

Hans-Eduard Meyer bestätigt, dass die Koordinationsfähigkeit der Bewegungen durch Taekwondo verbessert wird. Und das hält er gerade heutzutage für besonders wichtig: "Schulsport im klassischen Sinne gibt es heute ja gar nicht mehr. Da wird höchstens noch ein bisschen Ball gespielt. Man merkt einfach, dass die Kinder deshalb vermehrt koordinative Defizite haben, dass ihre Bewegungsmechanik eingeschränkt ist. Das ist auch ein Punkt, an dem unser Sport entgegenwirken kann."

Letztlich gefällt Meyer am Taekwondo aber nicht nur, dass der Körper vielfach von dem Sport profitiert. Sondern dass Taekwondo selbst ein vielfältiger Sport ist, der von Menschen jeden Alters aus unterschiedlichen Motivationen betrieben wird: "Die Sportart bietet alles. Es ist für jeden etwas dabei." Und dabei weniger dröge als bergeweise Ratgeber-Literatur.Foto: dietze "Bewegungs-



vielfalt und Koordination kommen zu kurz, wenn man sich früh nur auf Fußball spezialisiert."

Margret Kratz