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Auch ein Weltmeister muss noch lernen

Auch ein Weltmeister muss noch lernen

Niederwürzbach. In einer Sportart alles erreicht zu haben, heißt nicht, nicht mehr lernen zu müssen. Auch für einen Weltmeister nicht. Seit beinahe einem Jahr ist Christian Schwarzer Jugendkoordinator des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und des Handballverbandes Saar (HVS), und seine persönliche Bilanz nach dieser Zeit fällt ausgesprochen positiv aus. "Es passt alles optimal zusammen

Niederwürzbach. In einer Sportart alles erreicht zu haben, heißt nicht, nicht mehr lernen zu müssen. Auch für einen Weltmeister nicht. Seit beinahe einem Jahr ist Christian Schwarzer Jugendkoordinator des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und des Handballverbandes Saar (HVS), und seine persönliche Bilanz nach dieser Zeit fällt ausgesprochen positiv aus. "Es passt alles optimal zusammen. Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können", sagt der 40-Jährige aus Niederwürzbach.

Probleme mit Vereinen

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Doch Schwarzer verhehlt nicht, dass er bereits an Grenzen gestoßen ist - auf dem Feld und auch daneben. "Ich muss mich daran gewöhnen, dass Selbstverständlichkeiten für mich nicht für jeden selbstverständlich sind. Da geht es um grundsätzliche Dinge, die tägliche Trainingsarbeit, die Tatsache, dass man sich alles erarbeiten muss", sagt er. Eben Eigenschaften, die aus ihm einen Weltmeister gemacht haben.

Dieser Titel schützt nicht vor Auseinandersetzungen. Auch das musste Schwarzer lernen. Etwa in der Koordination von Terminen. Wann setze ich einen Lehrgang an? Wann ein Länderspiel? Wann gestehe ich den Vereinen mehr Zeit mit ihren Spielern zu? "Die Terminhatz im Jugendbereich ist noch nicht so extrem wie bei den Erwachsenen, aber es gab auch schon Probleme mit Vereinen, weil Spiele verlegt werden mussten", gesteht Schwarzer.

Diese Problem-Bewältigung gehört zu seinen Aufgaben. Und wäre er nur damit beschäftigt, wäre er wohl weniger zufrieden. "Als Bundestrainer Heiner Brand mit mir über den Job des Jugendkoordinators beim DHB gesprochen hat, konnte ich mir das nur schwer vorstellen", sagt Schwarzer, "Termine koordinieren, hier gucken, da gucken. Nein, ich wollte ja auch im Trainingsbetrieb integriert sein."

Und das ist er. Als Verantwortlicher der deutschen U18-Nationalmannschaft. Hier kann sich Christian Schwarzer austoben, seine ungemeine Erfahrung aus 310 Länderspielen weitergeben, die Philosophie vermitteln, mit der der Deutsche Handball-Bund in der Leistungsspitze agiert.

Von 11. bis 13. Mai spielt Schwarzer mit seinen Jungs ein Vier-Länder-Turnier in Zürich - als Generalprobe für "das erste Mal, wo es auch für mich um was geht". Denn von 21. bis 23. Mai bestreitet sein Team die Qualifikation für die U18-Europameisterschaft in der Völklinger Hermann-Neuberger-Halle. Mit Spielen gegen Luxemburg, Portugal und Bosnien-Herzegowina. "Natürlich habe ich meine Stellung beim DHB ausgenutzt, um das Turnier ins Saarland zu holen", sagt Schwarzer, "aber hier sehe ich in Zusammenarbeit mit dem HVS und der HSG Völklingen die besten Möglichkeiten, das zu organisieren. Außerdem ist im Saarland immer eine Begeisterung da für hochklassigen Handball. Und ich kann versprechen: Was die Jungs zeigen, auch die Art und Weise, ist sehr ansehnlich."

Sonderregel für Top-Talente?

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Und in der Regel auch erfolgreich. Alles andere als drei Siege und die Qualifikation für die Titelkämpfe im August in Montenegro wäre enttäuschend. Eine Art von Druck spürt Schwarzer deswegen nicht: "Das war schon immer ein Wort, mit dem ich Probleme hatte. Druck - das sind andere Dinge im Leben. Was wir machen, ist Spaß. Es geht um positive Energie." Aber natürlich auch um Erfolg, der hieraus erwachsen soll.

Der Rahmen, in dem sich Schwarzer bewegt, ist allerdings festgelegt und wenig flexibel. Sichtungen, Talentförderung - die Konzeption steht. Und ist beim DHB noch straffer als beim HVS. Nicht alles gefällt dem früheren Weltklasse-Kreisläufer hierbei. So die Tatsache, dass Jugendspieler erst ab einem Alter von 17 Jahren im Aktivenbereich eingesetzt werden dürfen. "Hier muss es eine Sonderregelung geben für herausragende 16-Jährige, wenn bestimmte Voraussetzungen - sportlich, medizinisch und das Einverständnis der Eltern - erfüllt sind", sagt Schwarzer. Dass solche Appelle in den Mühlen eines Verbandes zermahlen werden können, auch das hat Christian Schwarzer schon gelernt. Aber er kämpft weiter. Wie früher auf dem Feld.

Auf einen Blick

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Spielplan der Qualifikation für die U18-EM in der Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen:

 

21. Mai: Bosnien-Herzegowina - Portugal (18 Uhr), Deutschland - Luxemburg (20 Uhr).

22. Mai: Luxemburg - Bosnien-Herzegowina (16 Uhr), Portugal - Deutschland (18 Uhr).

23. Mai: Luxemburg - Portugal (12 Uhr), Deutschland - Bosnien-Herzegowina (14 Uhr).

 

Tickets ab drei Euro für Jugendliche und ab fünf Euro für Erwachsene sind beim Handballverband Saar, Telefon (06 81) 38 79 249 oder per E-Mail an geschaeftsstelle@hvsaar.de, erhältlich. Ab einer Sammelbestellung von 50 Jugendkarten wird ein Training mit Christian Schwarzer an drei Vereine verlost. red