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Auch die Hitze ist ein Gegner

Auch die Hitze ist ein Gegner

Beim Länderspiel gegen Ecuador erwarten die ersatzgeschwächte Fußball-Nationalmannschaft ungewohnte klimatische Bedingungen. Denn die Partie findet in Florida in der Mittagssonne statt.

Über 30 Grad Celsius, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und gleißende Sonne: Joachim Löw bereitet nicht nur die angespannte personelle Situation bei der USA-Reise einige Probleme. Beim Fußball-Länderspiel morgen (20.30 Uhr/ARD) in Boca Raton gegen Ecuador könnten auch die klimatischen Bedingungen dem Bundestrainer und seinem Rumpf-Kader richtig zu schaffen machen. Wegen der Zeitverschiebung von sechs Stunden findet die Partie um 14.30 Uhr Ortszeit während der größten Mittagshitze in Florida statt. "Das ist ungewohnt. Wir hätten lieber am Abend gespielt, aber da wären die Einschaltquoten wohl nicht so hoch gewesen", sagt Offensivspieler Lukas Podolski, der als dienstältester Akteur mit 108 Länderspielen die ersatzgeschwächte deutsche Auswahl eventuell als Kapitän aufs Feld führen wird.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff spricht von "einer Verpflichtung gegenüber dem Fernsehen, damit die Fans die deutsche Mannschaft zur besten Zeit sehen". Zum Leidwesen von Löw und seinen Spielern: Um besser vorbereitet zu sein, ließ der 53-Jährige seine Mannschaft ab und an zur Mittagszeit auf der Anlage der Barry Universität in Miami Beach trainieren. Deshalb glaubt Löw auch, "dass wir uns gut akklimatisiert, die Zeitumstellung überwunden und uns auch an die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt haben. Die Spieler sind mit großer Leidenschaft bei der Sache, es ist zu spüren, dass alle ihre Chance nutzen wollen".

Allerdings baut Bierhoff schon einmal vor - in Bezug auf die ansonsten sehr offensiv ausgerichtete Spielweise. "Da geht einem schnell mal die Luft aus. Da kann man nicht ständig anrennen und Druck machen. Da muss man auch mal den Ball halten und durchschnaufen", sagt der frühere Torjäger.

Das letzte Mal, dass eine deutsche Mannschaft bei ähnlich schwierigen klimatischen Bedingungen antreten musste, liegt knapp vier Jahre zurück. Am 2. Juni 2009 war es in Dubai allerdings noch wärmer und feuchter als in Florida. Die deutsche Auswahl siegte dennoch mit 7:2. Mario Gomez traf damals vier Mal, Torwart Manuel Neuer feierte sein Debüt.

Auch gegen Ecuador wird Löw mindestens einen der vier Neulinge bringen. Max Kruse wird beginnen, darauf legte sich Löw fest. Der Stürmer des SC Freiburger, der zu Borussia Mönchengladbach wechselt, hat als einer der wenigen Angreifer Chancen auf ein WM-Ticket. 19 Spieler stehen dem Bundestrainer für das zweite Aufeinandertreffen gegen die Südamerikaner - bei der WM 2006 hatte es in der Vorrunde ein 3:0 gegeben - zur Verfügung. Auch Julian Draxler von Schalke 04, dem kurz vor Abflug eine Metallplatte aus dem Unterarm entfernt wurde, trainierte wieder mit der Mannschaft.

Nach der Absage von Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund (Mittelfußprellung) erwartet Löw für das zweite Spiel am Sonntag (20.30 Uhr /ZDF) in Washington gegen die USA noch den Dortmunder Sven Bender und Miroslav Klose. Der Routinier hatte mit Lazio Rom am vergangenen Wochenende noch das italienische Pokalfinale bestritten und 1:0 gegen AS Rom gewonnen.