Asiatische Festspiele

Das Grand-Prix-Turnier der Badminton-Asse in Saarbrücken war fest in chinesischer Hand. Die Spielerinnen und Spieler aus dem Reich der Mitte gewannen in der Saarlandhalle vier von fünf Disziplinen.

Wenn am Finaltag bei den Bitburger Badminton Open in Saarbrücken kein deutscher Spieler mit von der Partie ist, dann kann das daran liegen, dass die Leistungen der Athleten einfach nicht gut genug waren. Das war in diesem Jahr aber definitiv nicht der Fall. Der wahre Grund, warum das Publikum in der prall gefüllten Saarlandhalle gestern keine Lokalmatadoren anfeuern konnte, war ein anderer: Das Teilnehmerfeld der 27. Auflage war derart erlesen, dass das Halbfinale für die letzten deutschen Teilnehmer die Endstation bedeutete.

Dabei fehlte nicht viel - allen voran Michael Fuchs . Der Kapitän von Bundesligist 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim hatte am Samstag gleich zwei Mal die Chance, in ein Finale einzuziehen. Nur allzu gerne hätte Fuchs an der Seite von Birgit Michels (1. BC Beuel) seinen Titel im Mixed verteidigt. Dementsprechend angefressen war der 32-Jährige nach der Niederlage gegen die Indonesier Alfian Eko Prasetya und Annisa Saufika, die mit 21:12, 18:21 und 15:21 denkbar knapp ausfiel. "Das ist natürlich ein großer Mist. Wir sind gut in die Partie gestartet, aber so nach und nach haben sie uns den Schneid abgekauft", sagte Fuchs, "im dritten Satz konnten wir dann den Hebel einfach nicht mehr umlegen".

Auch in seinem zweiten Halbfinal-Einsatz musste "Fuchsi" über drei Sätze gehen - diesmal an der Seite seines Vereinskollegen Johannes Schöttler im Herrendoppel gegen das dänische Duo Andres Skaarup Rasmussen und Kim Astrup Sorensen. Und wieder reichte es nicht. Dabei hatten die Weltranglisten-24. gegen die 23. perfekt in die Partie gefunden und den ersten Satz mit 21:11 gewonnen. "Im zweiten Satz wurden wir nachlässig und gaben die Kontrolle aus der Hand", analysierte Schöttler später, "die Dänen haben sich immer besser gestellt und alles zurückgebracht, was wir ihnen präsentierten." Im dritten Durchgang ging dann "der Akku zur Neige", erklärte Schöttler die 21:11, 19:21, 12:21-Niederlage.

"Alles in allem war es für uns okay - nicht mehr, aber auch nicht weniger", zog Bundestrainer Holger Hasse ein gemischtes Turnierfazit aus deutscher Sicht: Wir wissen, dass wir in den Einzeldisziplinen mehr zeigen müssen. Vor allem die jungen Spieler haben ihre Sache sehr ordentlich gemacht."

So wurde der Sonntag zu asiatischen Festspielen. Vier Finals, vier chinesische Siege - die Dominanz der Spieler aus dem Reich der Mitte war erdrückend. Dazu gesellt sich noch der Erfolg von French-Open-Sieger Tien Chen Chou im Herreneinzel. Der taiwanesische Weltranglisten-Achte, der zum dritten Mal in Folge in Saarbrücken gewann, ließ Überraschungs-Finalist Scott Evans aus Irland keine Chance.

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Auf einen BlickDie Final-Ergebnisse des Grand-Prix-Gold-Turniers in Saarbrücken im Einzelnen: Herreneinzel: Tien Chen Chou (Taipeh) - Scott Evans (Irland) 21:17, 21:10. Dameneinzel: Sun Yu (China ) - Houwei Tian (China ) 16:21, 21:15, 21:12. Herrendoppel: Yilv Wang/Wen Zhang (China ) - Anders Rasmussen/Kim Sörensen (Dänemark) 21:14, 21:10. Damendoppel: Dongni Ou/Xiaohan Yu (China ) - Ekaterina Bolotova & Evgeniya Kosetskaya (Russland) 21:15, 21:15.Mixed: Si Wei Zheng/Qingchen Chen (China ) - Alfian Eko Prasetya/Annisa Saufika (Indonesien) 21:11, 21:13. mwe