Arbeitskollegen werden zu Rivalen

Arbeitskollegen werden zu Rivalen

Saarwellingen. Aktienkurse, Kontostände, Kreditanfragen. In der Volksbank-Filiale in der Saarwellinger Wilhelmstraße gibt es in dieser Woche noch ein ganz anderes heißes Thema. "Ich will mir nicht vier Wochen lang anhören müssen, dass er mir einen eingeschenkt hat", sagt Thorsten Büchel

Saarwellingen. Aktienkurse, Kontostände, Kreditanfragen. In der Volksbank-Filiale in der Saarwellinger Wilhelmstraße gibt es in dieser Woche noch ein ganz anderes heißes Thema. "Ich will mir nicht vier Wochen lang anhören müssen, dass er mir einen eingeschenkt hat", sagt Thorsten Büchel. Der 32-Jährige arbeitet bei der Bank, aber in seiner Freizeit, wenn er Anzug und Krawatte gegen Trikot und Stutzen tauscht, ist er Torwart bei Fußball-Landesligist FV Schwalbach.Für diesen Samstag hat er dabei gleich zwei Ziele: Zum einen will er verhindern, dass ein gewisser Sven Andres im Derby zwischen Büchels FV Schwalbach und der FSG Bous ein Tor bejubeln kann, zum anderen soll ihm jener Sven Andres in den nächsten Tagen ein Essen spendieren. "Der Gewinner darf es aussuchen", erklärt FSG-Stürmer Andres, der bei der Arbeit nur einige Wände vom "Feind" getrennt sitzt.

Seit zwei Monaten arbeitet der 24-Jährige in jener Filiale, in der Büchel seit fünf Jahren in der Kundenbetreuung tätig ist. Und seitdem ist auch das nun anstehende Duell der beiden Klubs (16 Uhr) ein Thema. Selbst die Mitarbeiter können sich dem kaum entziehen: "Einige Kollegen wollen sogar zum Spiel kommen", verrät Andres.

Er selbst will mit Toren dazu beitragen, dass der Spitzenreiter aus Bous im Auftritt beim viertplatzierten Verfolger seine Vormachtstellung untermauern kann. "Ich möchte ihm natürlich gerne zwei reinhauen", hat Andres ehrgeizige Ziele.

Seit seiner Rückkehr zur FSG erzielte der Cousin des Bouser Trainers Dirk Andres bis dato Tore wie am Fließband. Stolze 13 Treffer stehen für ihn seit seinem Wechsel vom VfB Dillingen in nur zehn Partien zu Buche. Allerdings präsentierte sich auch sein Gegenüber Thorsten Büchel in der ersten Saison in Schwalbach (er kam vom FV Schwarzenholz) bisher als sichere Bank. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Arbeitskollegen ging immerhin schon an den Torwart. Beim Tischfußball behielt Büchel mit 5:2 die Oberhand. "Als Torwart hat er eben die schnelleren Hände. Ich glaube aber nicht, dass das ein schlechtes Omen für uns ist", so Andres, der bei der ersten Partie in der Hinrunde noch nicht dabei war.

Dämpfer zur rechten Zeit

Büchel dagegen erinnert sich nur ungern zurück: "Da hat uns Bous förmlich überrollt", gesteht Schwalbachs Torsteher. Danach aber lief es für ihn und seine Mitspieler umso besser: "Wir haben insgesamt eine Bomben-Hinrunde gespielt und sind voll im Soll, haben nur drei richtig schlechte Spiele gemacht", erläutert Büchel. Eines gleich zu Saisonbeginn, ein anderes letzte Woche. Mit 1:4 unterlag Schwalbach da bei den SF Bachem-Rimlingen. "Vielleicht kam dieser Dämpfer genau zur rechten Zeit", meint Büchel und ist "guter Dinge", dass der FVS am Samstag in die Erfolgsspur zurückkehrt.

Gleiches gilt aber auch für Andres: "Ich denke, es wird zu einem knappen Sieg für uns reichen", so der zweitbeste FSG-Schütze. Es wäre ein wichtiger Schritt hin zum großen Ziel in dieser Spielzeit: "Primär geht es für uns um den Aufstieg. Den haben wir aus meiner Sicht schon zu 85 Prozent sicher", verrät Andres. Bis der Aufstieg aber wirklich gebucht ist, ist es noch ein weiter Weg. Wer sich in Zukunft auf der Arbeit die Sprüche des anderen anhören darf, wird dagegen schon am Abend feststehen.