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Angst vor Domino-EffektNeue Unruhe in guten Zeiten

Angst vor Domino-EffektNeue Unruhe in guten Zeiten

Vier Spieltage vor Ende der Saison steht der 1. FC Saarbrücken besser da, als es sich manch einer zur Winterpause vorgestellt hatte. Die Erfolgsserie mit sechs Ligaspielen ohne Niederlage, davon fünf Siegen, war überzeugend, aber auch untypisch. All die Jahre zuvor brach die Leistung ein, sobald die Stadiondiskussion in Gange gesetzt wurde



Vier Spieltage vor Ende der Saison steht der 1. FC Saarbrücken besser da, als es sich manch einer zur Winterpause vorgestellt hatte. Die Erfolgsserie mit sechs Ligaspielen ohne Niederlage, davon fünf Siegen, war überzeugend, aber auch untypisch. All die Jahre zuvor brach die Leistung ein, sobald die Stadiondiskussion in Gange gesetzt wurde. Vielleicht liegt es daran, dass die Finanzierung offenbar endlich geklärt ist und in absehbarer Zeit der Ludwigspark umgebaut wird.Wie wird es sich anfühlen, in einem modernen Stadion zu spielen? Einige werden dies nicht mehr erfahren, weil sie dann für andere Club spielen werden. Vertragsverhandlungen laufen, Abgänge stehen fest. Transfergerüchte machen die Runde, Leistungsträger stehen vor dem Wechsel. Natürlich ist es schwer bis unmöglich, gute Spieler mit auslaufendem Vertrag zu halten, wenn sie Angebote aus höheren Ligen haben. Doch was passiert, wenn man den Geldbeutel zu eng schnürt und zuschaut, wenn sich die Mannschaft auflöst, hat man bei den FCS-Frauen gesehen. Der Club hatte es versäumt, frühzeitig Gespräche zu führen. Jetzt, wo die Stimmung im Umfeld besser nicht sein könnte und eine große Frage durch die Finanzierung des Stadion-Umbaus geklärt scheint, entsteht neue Unruhe unter Fans. Nun kommt die Ungewissheit, wer nächste Saison noch für den FCS spielen wird. Man kann nur an den Verein appellieren, nicht zuzuschauen, wenn sich die Mannschaft auflöst.

Christian Bost ist Mitarbeiter des FCS-Fanmagazins "Leuchtturm". Saarbrücken. "Wenn ein Dominostein umfällt, fallen andere hinterher", sagte Klaus Allofs, Sportchef des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen, zum möglichen Wechsel seines Torwarts Tim Wiese zu Schalke 04. Ein ähnliches Szenario droht zwei Ligen darunter dem 1. FC Saarbrücken. Nach dem Weggang von Manuel Zeitz (1. FC Nürnberg) und Marcus Mann (SV Wehen) wackeln die Bausteine Nico Zimmermann und Marc Lerandy, deren Verträge auslaufen.

"Das Gesamtpaket des FCS-Angebots ist sehr stark", sagt Lerandy, dem ein Zweijahresvertrag vorliegen soll, "aber mein Berater war im Ausland, darum verzögert sich die Entscheidung ein paar Tage." Während bei ihm vieles fürs Bleiben spricht, steht Zimmermann wohl vorm Absprung. "Ich habe weder hier noch sonstwo unterschrieben", sagt "Zimbo". Nach SZ-Informationen will Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig den Spielmacher, der aber mit mehreren Vereinen Gespräche führt. Gespräche mit dem FCS seien gute gewesen. Konkrete Verhandlungen habe es nicht gegeben.

"Wir haben in beiden Fällen alles getan, was bei uns möglich ist", sagt FCS-Präsident Paul Borgard: "Unsere Spieler wissen, was sie bei uns haben. Bei uns muss niemand auf sein Geld warten. Letztendlich entscheiden aber die Spieler." Vor seiner Entscheidung steht Marcel Schug, dessen Vertrag ausläuft. Der Mittelfeldspieler soll ein leistungsbezogenes Angebot erhalten.

Gedanken um Neuzugänge muss der FCS Taten folgen lassen. "Wir haben mit Manuel und Marcus schwerwiegende Verluste", sagt Trainer Jürgen Luginger, "um sie zu ersetzen, brauchen wir gestandene Spieler." Ins Suchprofil passen würde der Ex-Saarbrücker Manuel Hornig von Liga-Konkurrent TuS Koblenz. Mit dem 28-Jährigen hat der FCS mehrfach verhandelt. Der Defensivspieler sagte stets ab. Am Rande des 2:1 am vergangenen Dienstag wurde Sportdirektor Dieter Ferner im Gespräch mit Hornigs Berater Rainer Derber beobachtet.

Am Donnerstag sah man Luginger und Ferner auf Beobachtungstour in Trier. Die Eintracht spielte gegen Bayer Leverkusen II (3:1). Im Visier der Saarbrücker könnten Triers Mittelfeldspieler Alban Meha und Fahrudin Kudozovic stehen. "Es war ein aufschlussreicher, schöner Fußball-Abend", sagt Luginger. Andrew Wooten (1. FC Kaiserslautern II), Chris Wolf (Spvgg. Bayreuth) und David Loheider (vereinslos), die im Probetraining waren, stehen dagegen derzeit scheinbar nicht oben auf der Wunschliste.

Am Ostersamstag, 14 Uhr, kann der FCS auf jeden Fall noch mit dem vorhandenen Personal antreten - im Heimspiel gegen die Zweite von Werder Bremen , dem anderen Club mit der Angst vor dem Domino-Effekt.

 Nach dem 3:0 gegen Hansa Rostock gab Nico Zimmermann (links) bei den Fans den Ton an. Ob er kommende Saison im Mittelfeld des Drittligisten noch den Ton angeben wird, ist unklar. Foto: Schlichter
Nach dem 3:0 gegen Hansa Rostock gab Nico Zimmermann (links) bei den Fans den Ton an. Ob er kommende Saison im Mittelfeld des Drittligisten noch den Ton angeben wird, ist unklar. Foto: Schlichter

saarbruecker-zeitung/de.fcs