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„Angst essen Seele auf“

„Angst essen Seele auf“

Hoffen, Bangen, Leiden: Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga kommt es zum Abschluss der Saison noch zu einem Dreikampf. Werder hat es schon geschafft. Freude kam in Bremen aber nicht auf.

Bangen in Hoffenheim, Leiden in Düsseldorf, Hoffen in Augsburg und fast schon ungläubiges Jubeln in Bremen: Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat sich die Situation vor dem letzten Spieltag zugespitzt. Eine Woche Nervenanspannung pur steht für die drei verbliebenen Rivalen nun noch an: Einer wird den bitteren Gang in die 2. Bundesliga gehen müssen, einer muss in die Relegation, einer wird sich sofort retten. Werder Bremen ist dem Abstieg noch einmal von der Schippe gesprungen und nahm dies nach dem zwölften Spiel ohne Sieg fast schon beschämt auf. Ob Trainer Thomas Schaaf in seine 15. Saison gehen darf, ist noch offen.

Als potenzieller Nachfolger wurde unter der Woche Norbert Meier gehandelt. Der Trainer von Fortuna Düsseldorf antwortete, man könne ihn genauso gut fragen, ob er schwanger sei. Doch nach dem bitteren 1:2 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg sah sich Meier selbst Entlassungs-Gerüchten ausgesetzt. Aber jetzt den Trainer wechseln, "wäre Aktionismus und dummes Zeug. Damit würden wir uns lächerlich machen", sagte Finanz-Vorstand Paul Jäger dem Express. Klare Gedanken zu finden, ist in Düsseldorf derzeit aber ohnehin sehr schwierig. "Sieg oder Sarg. Das absolute Endspiel kommt", sagte Mittelfeldspieler Oliver Fink. Meier zog im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF das Fazit: "Angst essen Seele auf." Und Axel Bellinghausen gab die Losung für Hannover aus: "Alles Scheiße im Moment, zum Heulen. Aber eine Chance haben wir noch. Arschbacken zusammenkneifen und durch."

Während die Fortuna in das Spiel in Hannover immer noch als 15. geht, braucht Hoffenheim nicht weniger als ein "Wunder von Dortmund". Immerhin: Mäzen Dietmar Hopp sagte nach dem frustrierenden 1:4 (0:2) gegen den Hamburger SV weiter seine bedingungslose Unterstützung zu. "Die TSG wird - unterstützt von mir und von allen, die hier Verantwortung tragen - frisch angreifen", versprach der 73-Jährige. Die chaotische Saison mit vier Trainern und drei Managern wird wohl mit dem Abstieg enden. Um das zu vermeiden, bräuchte Hoffenheim einen Sieg beim BVB und auch noch Schützenhilfe. Zumindest die Hoffnung auf den ersten Teil lebt bei Mittelfeldspieler Sejad Salihovic. "Vielleicht schont Dortmund ja ein paar Spieler für die Champions League", sagte er: "Jede Mannschaft ist schlagbar."

Jede, außer Bayern München. Diese Erfahrung musste am Samstag der FC Augsburg beim 0:3 (0:0) machen. Doch obwohl die Schwaben auf Platz 16 stehen, gelten sie plötzlich als Favorit auf den direkten Klassenverbleib. Scheinen die drei Punkte zu Hause gegen Absteiger SpVgg Greuther Fürth doch fest eingeplant. "Wenn wir gewinnen, bleiben wir direkt drin", sagte Außenverteidiger Matthias Ostrzolek. Der FCA stand nach Ende der Hinrunde punktgleich mit Fürth und neun Punkten auf einem Abstiegsplatz. In der Rückserie holten die Augsburger dagegen beachtliche 21 Punkte.

Bremen hat es doch noch geschafft, doch nach dem 1:1 (1:0) gegen Frankfurt gab es bei Schaaf keine Freudensprünge. Euphorie verspürte der vor einer unsicheren Zukunft bei Werder stehende Trainer Thomas Schaaf jedenfalls nicht. "Es gibt keine Begründung, dass ich hier wie das Rumpelstilzchen rumlaufen sollte", sagte er sichtlich angefressen: "Vom Klassenerhalt bin ich immer ausgegangen. Das ist für mich nichts Außergewöhnliches." In Düsseldorf, Fürth und Augsburg sehen sie das sicherlich anders.