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Angerer hält den EM-Titel fest

Solna. Dank der überragenden Torhüterin Nadine Angerer hat sich die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft zum achten Mal die EM-Krone aufgesetzt. Beim 1:0-Finalsieg gegen Norwegen hielt sie zwei Elfmeter. Von Alexander Sarter und Jana Lange (sid)

Elfmeter-Heldin Nadine Angerer verschwand nur Sekunden nach dem Schlusspfiff in einer riesigen Jubeltraube, Siegtorschützin Anja Mittag verdrückte ein paar Freudentränen, und Silvia Neid freute sich schon auf den Siegertanz mit DFB-Chef Wolfgang Niersbach. Nach dem achten EM-Triumph war bei den deutschen Fußballerinnen die Freude grenzenlos.

Beim 1:0 (0:0) in einem dramatischen Finale gegen Norwegen in Solna/Schweden hielt Torhüterin Angerer zwei Strafstöße (29. und 61.), die eingewechselte Mittag erzielte den entscheidenden Treffer (49.). Beide sorgten dafür, dass die Tränen der Enttäuschung exakt 750 Tage nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM endgültig getrocknet sind.

"Es war ein Spiel auf Augenhöhe, ein ganz schweres Finale. Es macht mich sehr stolz, was diese junge Mannschaft wieder geleistet hat", sagte Bundestrainerin Neid: "Dieser Titel fühlt sich ganz besonders an. Im Moment sind wir überglücklich." Mit Blick auf den angekündigten Tanz mit DFL-Präsident Niersbach auf der Party am Abend sagte sie: "Ich bin bereit." Angerer konnte ihr Glück kaum fassen: "Es ist phänomenal, dass wir es geschafft haben, einfach geil."

Um kurz nach 18 Uhr nahm die Torfrau, die im kompletten Turnier nur ein einziges Gegentor kassiert hatte, aus den Händen von Uefa-Präsident Michel Platini freudestrahlend den EM-Pokal entgegen. Und auch Niersbach war "stolz auf unsere Frauen". Der DFB-Chef zählte zu den ersten Gratulanten: "Der Titel ist ein toller Erfolg und eine Bestätigung für den Frauenfußball in Deutschland. Was das junge Team nach dem Ausfall vieler Stammspielerinnen bei dieser Euro geleistet hat, verdient ein Riesenkompliment."

Die Mannschaft schrieb durch den Sieg vor der EM-Rekordkulisse von 41 301 Zuschauern die EM-Erfolgsgeschichte der DFB-Auswahl fort. Die Deutschen sind bei ihrer achten Final-Teilnahme zum achten Mal als Siegerinnen vom Platz gegangen. Es war der sechste EM-Titel in Folge. Jede Spielerin kassiert die EM-Rekordprämie in Höhe von 22 500 Euro. In "Europameister"-Shirts begannen die Heldinnen schon auf dem Rasen mit ihrer großen Party.

Schon heute werden die Europameisterinnen ihren Erfolg mit den Fans auf dem Frankfurter Römer feiern. Die Delegation steigt heute in Stockholm in ihre Chartermaschine und wird um 13.45 Uhr am Frankfurter Flughafen empfangen. Danach steigen die Feierlichkeiten auf dem Rathausbalkon.

Neids Mannschaft, die bei der Endrunde ohne sechs verletzte oder kranke Stammkräfte auskommen musste, hatte schon nach 53 Sekunden die Chance zur Führung. Nadine Keßler traf nach einem Freistoß von Dzsenifer Marozsan per Kopf nur die Latte. Norwegen verbreitete immer wieder durch Standardsituationen Gefahr im deutschen Strafraum. Die größte Möglichkeit der Skandinavierinnen entschärfte Angerer. Nach einem angeblichen Foul von Okoyino da Mbabi hielt die Spielführerin den Strafstoß von Trine Rönning mit dem Knie.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Mittag ins Spiel, Lena Lotzen blieb in der Kabine. Besser wurde das Spiel der Deutschen dadurch aber nicht. Die ersten Minuten der zweiten Hälfte gehörten Norwegen, die Führung der Skandinavierinnen lag in der Luft. Stattdessen traf Mittag nach einem mustergültigen Konter. Auf der Gegenseite sorgte Jennifer Cramer mit einem Foul an Caroline Hansen dafür, dass Angerer wieder in den Mittelpunkt rückte. Die 34-Jährige parierte auch den Strafstoß von Solveig Gulbrandsen und wurde somit zur Heldin in einem denkwürdigen Finale, das Deutschland den achten EM-Titel bescherte.