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Andrej überrascht sich und die Liga

Andrej überrascht sich und die Liga

Saarbrücken. Er kam als letzter Neuzugang zum 1. FC Saarbrücken - und eigentlich hatten die Verantwortlichen beim Aufsteiger in die Tischtennis-Bundesliga keine Wunderdinge von Andrej Gacina erwartet

Saarbrücken. Er kam als letzter Neuzugang zum 1. FC Saarbrücken - und eigentlich hatten die Verantwortlichen beim Aufsteiger in die Tischtennis-Bundesliga keine Wunderdinge von Andrej Gacina erwartet. Doch dann kam alles anders: Während der Hongkong-Chinese Leung Chu-Yan bisher schwächelt (1:4 Siege), ist es der Kroate, der den FCS bisher auf Kurs hält: Der 23-Jährige erspielte bisher 6:1 Siege. Und er ärgert sich noch heute, dass er nicht bei 7:0 steht: "Ich hätte auch in Düsseldorf gegen Süß gewinnen können", sagt er.

Rückblende: Zum Saisonauftakt beim deutschen Meister führte er gegen Mannschafts-Europameister Christian Süß mit 8:5 im Entscheidungssatz. "Aber dann habe ich zu viele leichte Fehler gemacht. Da hat mir die Erfahrung gefehlt", sagt Gacina selbstkritisch. Doch seitdem ist er ungeschlagen, bezwang zuletzt sogar mit den beiden Chinesen Wang Xi und Tan Rui Wu zwei der stärksten Spieler der Liga.

"Ich hatte gedacht, dass ich vielleicht leicht positiv spielen kann. Dass es so gut läuft, überrascht mich selbst", meint Gacina, als er über den bisherigen Saisonverlauf nachdenkt. Doch dann fällt ihm schnell ein guter Grund für die derzeitige Topform ein. "Ich habe im vergangenen Jahr sehr hart trainiert. Als ich im Januar an der Schulter verletzt war, konnte ich nicht spielen. Also habe ich sehr viel im Bereich Kraft und Kondition getan. Das kommt mir jetzt zugute." In der Tat: In den entscheidenden Situationen ist nun meist er es, der noch zulegen kann.

Dabei hilft ihm zurzeit auch die Tatsache, dass er weiterhin bei seinem Ex-Klub Charleroi in Belgien trainieren kann. Dort war er bis Ende des vergangenen Jahres die Nummer vier - dann setzte ihm der mehrfache Champions-League-Sieger mit Dimitrij Ovtcharov einen Top 20-Spieler vor die Nase. "Da hätte ich kaum noch gespielt, weil ich da nur etwa auf Rang 80 stand. Also habe ich einen Verein in der Nähe gesucht. So kam mir Saarbrücken gerade recht." In der Weltrangliste hat sich Gacina mittlerweile auf Rang 68 verbessert - Tendenz steigend.

Heute Abend (19 Uhr, Joachim-Deckarm-Halle) trifft der Kroate mit seinem FCS auf einen der Top-Klubs der Liga: Die Tischtennis-Freunde Ochsenhausen sind aktueller Vizemeister und standen im Finale der Champions League. "Die gehören zum Besten in Europa", weiß Gacina. "Aber wir werden sie mächtig ärgern."