Amerell und Kempter sehen sich heute vor Gericht wieder

Hechingen. Im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell und Michael Kempter (Fotos: dpa) soll nun die Wahrheit ans Licht kommen. Bei der Verhandlung vor dem Landgericht Hechingen stehen sich heute ab 10 Uhr der einstige Funktionär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der frühere Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter erstmals wieder gegenüber

Hechingen. Im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell und Michael Kempter (Fotos: dpa) soll nun die Wahrheit ans Licht kommen. Bei der Verhandlung vor dem Landgericht Hechingen stehen sich heute ab 10 Uhr der einstige Funktionär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der frühere Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter erstmals wieder gegenüber. Beide müssen mit einem enormen Medienauflauf rechnen.

Verhandelt wird die Zivilklage Amerells gegen Kempter. Der frühere Schiedsrichter-Sprecher des DFB fordert 150 000 Euro Schadensersatz wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Kempter hatte in Interviews behauptet, Amerell habe ihn sexuell belästigt, was dieser bestreitet.

"Herr Kempter hat kein Interesse an einem langen Verfahren, so ein Prozess ist ja für keinen der Beteiligten ein große Freude", sagte Kempters Anwalt Christoph Schickhardt. Der fast 64 Jahre alte Amerell zählte zu den größten Förderern des 27-jährigen Schiedsrichter-Talents. Laut Amerell hat sich Kempter freiwillig auf intime Kontakte eingelassen.

Der Unparteiische wiederum betonte, er sei heterosexuell und habe den Avancen des mächtigen Schiedsrichter-Beobachters nicht widerstanden, um seine Karriere nicht zu gefährden. Die Staatsanwaltschaft hatte im vergangenen Mai die Ermittlungen gegen Amerell wegen sexueller Nötigung eingestellt. Der DFB hat Kempter mittlerweile aus dem Verkehr gezogen. Ob er wieder auf höchster Ebene pfeifen darf, entscheidet sich nach dem Ende aller Verfahren. dpa