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"Am Ende steht das schöne Fußballerlebnis für alle"

Polizeidirektor Udo Schneider vor der Saarbrücker Wache in der Karcherstraße. Foto: Andreas Schlichter
Polizeidirektor Udo Schneider vor der Saarbrücker Wache in der Karcherstraße. Foto: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Ein neuer Sheriff ist in der Stadt und er wird sich auch um den Fußball kümmern. Seit Anfang des Jahres ist Udo Schneider Leiter der Polizeiinspektion St. Johann und damit auch für die Einsätze rund um die Spiele des 1. FC Saarbrückens verantwortlich. "Das ist eine spannende Aufgabe", sagt der 48-Jährige, "ich freue mich darauf

Saarbrücken. Ein neuer Sheriff ist in der Stadt und er wird sich auch um den Fußball kümmern. Seit Anfang des Jahres ist Udo Schneider Leiter der Polizeiinspektion St. Johann und damit auch für die Einsätze rund um die Spiele des 1. FC Saarbrückens verantwortlich. "Das ist eine spannende Aufgabe", sagt der 48-Jährige, "ich freue mich darauf."



Dass der ehemalige Rechtsaußen aus der Jugend des VfB Berschweiler dabei auch immer an seinem bei den Fans beliebten Vorgänger Peter Becker gemessen wird, ist ihm bewusst. "Das ist eine Herausforderung", sagt Schneider, "Peter Becker hat sich unglaubliche Verdienste erworben. Ich erlebe und profitiere davon, wie eng das Netzwerk zwischen Fans, Fanbeauftragten, Fanprojekt, Verein, Sicherheitsdienst, Polizei und auch den Medien gestrickt ist." Er treffe auf "bereiteten Boden", es gelte, "den guten Weg fortzusetzen".

Schneider erzählt, dass gerade in der Diskussion um das neue Sicherheitspapier der "Saarbrücker Weg" der Kommunikation zwischen allen im Fußball tätigen Gruppen auch bundesweit Beachtung gefunden habe. Konfrontiert mit der Aussage des Chefs der Polizeigewerkschaft Reinhard Wendt "Ultras können keine Gesprächspartner sein. Wer mit ihnen verhandelt, gehört aus dem Dienst entfernt", hebt Schneider die Augenbraue. "Das kommentiere ich nicht", sagt der neue Saarbrücker Polizeichef, "Ultra-Gruppierungen sind für mich Fangruppierungen. Wenn es Gesprächsbedarf gibt, bin ich zum Dialog bereit. Meine Tür steht offen."

Dass dies keine leeren Worthülsen sind, hat Schneider schon angedeutet. Dass er auch selbst den Weg durch diese Tür findet, ebenfalls. Nach Antrittsbesuchen bei den Fanbeauftragten und Fanprojekt stellte sich der "Neue" vergangene Woche beim Wintertreffen auch den Fans vor. Der Hobby-Tischtennisspieler, Wanderer und Radfahrer wurde freundlich aufgenommen. Auch wenn ihm der Ruf vorauseilt, ein "Hardliner" zu sein. "Das Thema ist, zueinander zu finden. Wichtig ist, dass jeder seine Rolle in diesem Handlungsumfeld kennt", betont Schneider, "wir sind gesetzlichen Grundlagen verpflichtet - in der Strafverfolgung und Gefahrenabwehr. Das ist Polizeiaufgabe, da sind konsequente Handlungen gefragt", erläutert er. Zwar müsse man auch als Polizist eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen, ein rechtsfreier Raum dürfe daraus nicht entstehen. "Pyrotechnik ist keine Spaßveranstaltung", sagt Udo Schneider und "outet" sich als Verfechter eines modernen Stadions in der Landeshauptstadt: "Bauliche Aspekte tragen doch auch zum Thema Sicherheit bei."

Udo Schneider "muss seinen eigenen Weg finden", sagt sein Vorgänger Peter Becker, der nun in Rente ist. Schneider investiert momentan viel Zeit, besucht Spiele, redet mit Menschen. Und auch wenn sein Weg ein anderer ist als der bisherige, das Ziel bleibt auch für Udo Schneider gleich: "Am Ende steht das schöne Fußball-Erlebnis für alle." cor



Hintergrund

Das für heute angesetzte Nachholspiel der 3. Fußball-Liga zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Arminia Bielefeld wurde gestern wegen Unbespielbarkeit des Platzes im Ludwigsparkstadion abgesagt. Als neuer Termin ist nun der Aschermittwoch (13. Februar) im Gespräch. Das FCS-Heimspiel gegen Borussia Dortmund II könne aber voraussichtlich wie geplant am kommenden Sonntag um 14 Uhr angepfiffen werden. cor