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Als der FCS Tabellenführer war

Saarbrücken. Als die Tischtennis-Bundesliga am 10. September 1966 ihren Spielbetrieb mit acht Teams aufnahm, war auch der 1. FC Saarbrücken dabei. Qualifiziert waren die Meister der vier Oberligen: Der VfL Osnabrück (Nord), der SV Moltkeplatz Essen (West), der SSV Reutlingen (Süd) und der 1. FC Saarbrücken (Südwest) Von SZ-Mitarbeiter Erich Philippi

Saarbrücken. Als die Tischtennis-Bundesliga am 10. September 1966 ihren Spielbetrieb mit acht Teams aufnahm, war auch der 1. FC Saarbrücken dabei. Qualifiziert waren die Meister der vier Oberligen: Der VfL Osnabrück (Nord), der SV Moltkeplatz Essen (West), der SSV Reutlingen (Süd) und der 1. FC Saarbrücken (Südwest).Dazu kamen der TTC Mörfelden, die DJK TuSa Düsseldorf, der TSV Milbertshofen und der Postsportverein Augsburg.


Zum FCS-Team, das vom Jugoslawen Tibor Harangozo, Gründer und Namensgeber der Firma "Tibhar", trainiert worden war, zählten sieben Akteure - alle Saarländer: Karl-Heinz Russy aus Rentrisch, Friedel Hahn aus Saarbrücken, Karlheinz Schreiner aus Völklingen, Bruno Paulus aus Heusweiler, Wolfgang Liehn aus Saarbrücken, Erwin Berg aus Wehrden und der in Berlin geborene, nach Riegelsberg gekommene und längst "eingebürgerte" Eberhard Oetzel.

Der 1. FCS war die Mannschaft der ersten Stunde, denn zum Auftakt gab es überraschende Siege bei den höher eingeschätzten Teams aus Augsburg (9:5) und Milbertshofen (9:6). Am Ende reichte es mit 10:18 Punkten zu Rang fünf vor Augsburg, Reutlingen und Milbertshofen. Erster Meister wurde TuSa Düsseldorf mit Eberhard Schöler und Dieter Forster an der Spitze. Die waren am dritten Spieltag beim 9:4 auch von den FCS-Assen Karl-Heinz Russy und Friedel Hahn nicht zu bremsen. Dennoch: Für 2,50 DM Eintritt (Ligaschnitt drei D-Mark) sahen die Saarbrücker Fans in der Turnhalle der Mädchenrealschule am Ludwigsberg mit dem 18 Jahre jungen Wolfgang Liehn einen zweimaligen saarländischen Einzelsieger.



Nach der Saison 1967/68 war für Aufsteiger Tennis Borussia und den 1. FCS wieder vorläufig Schluss. Für die Saarländer, bei denen Karlheinz Schreiner ("Ich war schließlich über 36") aus- und der Fischbacher Manfred Selzer eingestiegen war, gab es am ersten Spieltag immerhin ein achtbares 4:9 gegen Aufsteiger Borussia Düsseldorf, wobei Saarbrücken an der Spitze durch Karl-Heinz Russy und Bruno Paulus alle vier Punkte erspielte.

1973 kehrte der 1. FCS ins Oberhaus zurück. Gewechselt wurde auch die Spielstätte. Von der Turnhalle am Saarbrücker Ludwigsberg zog man zunächst in die Rastbachtalhalle und danach in die Bouser Südwesthalle um. Für das Team von Trainer Karlheinz Schreiner reichte es mit ausgeglichenem Punktekonto (18:18) zu Rang sechs, Meister wurde Borussia Düsseldorf (dort spielte jetzt Vizeweltmeister Eberhard Schöler). Mit Wolfgang Liehn und Bruno Paulus kamen zwei Ex-Saarbrücker auf Rang vier ein - sie waren nach Altena gewechselt. Das Saarbrücker Sextett von 1973 bestand aus Karl-Heinz Russy, Rolf Sponheimer, Horst Groß, Dietmar Kelkel, Georg Nicklas und dem aus Essen stammenden Kalli Nöller, später Senioren-Weltmeister.

In den beiden folgenden Jahren wurde der Abstieg knapp vermieden. 1975 ließ der FCS den TTC Remlingen und die Münsterländer aus Metelen um acht Zähler hinter sich. Ein Jahr später rettete sich der FCS nur deshalb, weil mit dem Meidericher TTC erstmals ein Verein aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen hatte. Die Farben des FCS vertraten damals Rolf Sponheimer, Horst Groß, Karl-Heinz Russy, Dietmar Kelkel, Georg Nicklas und Richard Stigulinszky.

1975/76 führte der aus Mörfelden gekommenen Thomas Geyer die FCS-Mannschaft von Trainer Karlheinz Schreiner an. Nach Horst Groß, Karl-Heinz Russy und Dietmar Kelkel sowie Kalli Nöller spielte an Position fünf erstmals ein Ausländer: Camille Pütz aus Luxemburg. 1977 erwischte es den 1. FCS wieder als Absteiger. Damit war das Kapitel Tischtennis-Oberhaus für lange Zeit beendet. Das Team mit Horst Groß, Camille Pütz, Karl-Heinz Russy, Dietmar Kelkel, Günter Männel (kam vom ATSV Saarbrücken) sowie Richard Stigulinszky fiel auseinander.