Alpenvulkan Zach feiert seinen 70. Geburtstag

Eishockey : Der „Alpenvulkan“ hat keine Langeweile

Die Eishockey-Ikone Hans Zach wird an diesem Samstag 70 Jahre alt. Geprägt wurde der ehemalige Bundestrainer von seinen Eltern.

Auf einem Spaziergang durch Bad Tölz macht Hans Zach vor dem Alten Rathaus Halt. Die Kurstadt an der Isar ist der Lebensmittelpunkt der deutschen Eishockey-Legende, die an diesem Samstag ihren 70. Geburtstag feiert. Und so vieles, was Zach ausmacht, lässt sich hier in der Marktstraße verdichten. Hier, wo seine Eltern früher eine Metzgerei führten. Die eiserne Gittertür vor dem Geschäft trägt noch immer die Initialen seines Vaters Martin Zach: „MZ“.

Viele Jahre bevor Hans Zach Eishockeyprofi, Metzgermeister, medizinischer Bademeister, Nationalspieler, temperamentvoller „Alpenvulkan“, Meistercoach und auch Bundestrainer wurde, war er erstmal nur der Sohn von Martin und Franziska Zach. „Meine Kindheit hätte schöner nicht sein können“, erzählt er. Und ihm ist klar, dass der Satz merkwürdig klingen könnte, wenn man ihn von seiner Jugend berichten lässt.

Viele Jahre wusste Zach gar nicht, wann er genau Geburtstag hat. Zach kam am 30. März 1949 erst spät zur Welt, gegen 21 Uhr. Seine Mutter arbeitete bis zur Geburt und war nur zwei Tage im Krankenhaus. Am 1. April habe sie wieder im Geschäft gestanden und die Entbindung des Sohnes verkündet. Die Leute hätten an einen Aprilscherz gedacht, erinnert sich Zach: „Mit 14 Jahren bin ich zur Stadtverwaltung und hab mir meine Geburtsurkunde geholt, um zu 100 Prozent Bescheid zu wissen.“

Zachs Eltern hatten mit ihrer Metzgerei so viel zu tun, dass der Sohn anfangs gar im Heim war. Vor allem für Mutter Franziska zählte nur das Geschäft, hatte sie sich doch, als ihr Mann in den Krieg eingezogen worden war, von einem auf den anderen Tag um das Vieh kümmern und mit den Bauern verhandeln müssen. „Das war eine harte Schule“, sagt Zach ohne Bitterkeit.

Es ist eine dieser Lebensmerkwürdigkeiten, dass der von Hans Zach geliebte Vater 1965 einem Herzinfarkt erlag, als die Mutter, so erinnert sich der Sohn, das erste Mal in Italien eine Woche im Urlaub war. „Er war knüppelhart und doch weich“, sagt Zach: „Er hat mich geprägt.“

Immer wieder verwendet Zach das Wort konsequent, wenn er von seinem Vater spricht. Es gilt gleichermaßen für ihn. Seit einem Aushilfsjob 2014 bei den Adlern Mannheim ist Zach im Eishockey-Ruhestand. „Langweile habe ich nicht“, beteuert er. Ihn zieht es in die geliebte Natur, zum Fischen, Radfahren oder in die Berge. „Der Hans ist genauso, wie ich ihn kennengelernt habe, total mit der Natur verbunden“, beschreibt ihn seine Frau Slada, die mit ihm seit 1981 verheiratet ist. Zuletzt haben sie zwei Wochen Urlaub auf der Karibikinsel Curaçao gemacht.

Vorher musste Zachs Frau aber noch die Geburtstagsparty organisieren. Rund 50 Gäste werden erwartet, nur der engste Zirkel ist eingeladen. Darunter auch Verbands-Präsident Franz Reindl, mit dem Zach 1980 an den Olympischen Winterspielen in Lake Placid teilnahm. „Hans ist ein fairer Sportsmann und Mensch durch und durch. Was immer er anpackte, tat er mit voller Leidenschaft, konsequent und erfolgreich“, sagt Reindl.

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