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Alles läuft wie gewünscht

Alles läuft wie gewünscht

Die Tischtennis-Profis des 1. FC Saarbrücken stehen nach 2012 zum zweiten Mal im Finale um die deutsche Meisterschaft. Vor 850 Zuschauern bezwang das Team gestern die TTF Ochsenhausen glatt mit 3:0 und machte die 2:3-Hinspielniederlage wett.

Es ist 17.15 Uhr, als die Stimmung in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle gestern ihren Höhepunkt erreicht: Im Halbfinal-Rückspiel um die deutsche Tischtennis-Meisterschaft hat sich Adrien Mattenet vom 1. FC Saarbrücken mit einer krachenden Vorhand gerade sechs Matchbälle verschafft. Beim Stand von 10:4 im entscheidenden fünften Satz bringt er den weißen Ball ein letztes Mal auf die andere Seite, die Rückhand seines Gegners Jakub Dyjas von den TTF Ochsenhausen landet im Netz - gefolgt vom überschwänglichen Jubel des Franzosen, seines Teams und den rund 850 Zuschauern in der nahezu ausverkauften Halle.

Mit einem klaren 3:0-Erfolg haben die Saarländer die knappe 2:3-Hinspielniederlage locker wettgemacht und stehen nach 2012 zum zweiten Mal im Finale um die deutsche Meisterschaft, wo es am 22. Mai in Frankfurt gegen Titelverteidiger und Rekordmeister Borussia Düsseldorf geht. "Das waren drei fantastische Spiele. Unsere Jungs waren in absoluter Topform", ließ Saarbrückens sportlicher Leiter Erwin Berg nach dem Finaleinzug mit feuchten Augen verlauten. "Das war ein perfekter Tag für uns. Genau so haben wir uns das gewünscht", sagte Trainer "Bobo" Grujic.

Schon im ersten Spiel lief es nahezu optimal für die Saarbrücker. Topspieler Tiago Apolonia geriet im Duell mit Ochsenhausens Nummer zwei, dem Franzosen Simon Gauzy, nur im zweiten Satz in Bedrängnis, schnappte sich den Durchgang aber in der Verlängerung und behielt mit 11:9, 13:11 und 11:4 die Oberhand. Danach war es an Bojan Tokic, den Vorsprung auszubauen. Der Slowene hatte im Hinspiel beide Partien verloren, gestern drehte er den Spieß um und behielt unter den lauten "Bojan, Bojan"-Rufen der Zuschauer in vier Sätzen die Oberhand gegen Hugo Calderano - 11:7, 10:12, 11:8, 11:8. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagte Tokic nach seiner klaren Steigerung. "Wegen meiner Leistung in Ochsenhausen habe ich mir sehr viele Sorgen gemacht."

Mit dem 2:0 im Rücken war die Basis für den Finaleinzug gelegt, der Schlusspunkt war Mattenet vorbehalten. In seinem letzten Auftritt für den FCS vor Heimpublikum fand der 28-Jährige gegen Dyjas, den er in Ochsenhausen noch klar mit 3:0 beherrscht hatte, zunächst schwer in die Partie, geriet mit 1:2-Sätzen in Rückstand. Dann aber schaffte er die Wende, am Ende hieß es 8:11, 11:9, 6:11, 11:9 und 11:4-Erfolg. "Für ihn freut es mich besonders, Adrien ist ein unheimlich sympathischer Mensch, zu dem der Kontakt trotz seines Wechsels sicher nicht abreißen wird", sagte Berg. Mattenet wird eine weitere Partie im FCS-Dress absolvieren, bevor er in seine französische Heimat zurückkehrt - in Frankfurt, im Endspiel. "Das ist ein Finale, da ist immer alles möglich", ist der Franzose guter Dinge. "Düsseldorf ist klarer Favorit, aber wir fahren nicht dorthin, um das Spiel kampflos abzuschenken", so Erwin Berg. Der Titelverteidiger um den künftigen Saarbrücker Patrick Franziska ließ nach dem klaren 3:0-Heimsieg im Hinspiel beim TTC Fulda-Maberzell nichts mehr anbrennen.