Alles Kopfsache

Die Volleyballerinnen des TV Holz sind mit einer Niederlagenserie in die Saison gestartet. Nach den Veränderungen im Kader und Trainerstab muss die Mannschaft dringend an ihrer mentalen Stärke arbeiten.

Es läuft einfach nicht. Nach neun Spielen stehen die Volleyballerinnen der Prowin Volleys TV Holz auf dem letzten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga Süd. Ohne Sieg. Ohne Selbstvertrauen. Und das bereits nach mehr als einem Drittel der Saison. Der Abstand auf den Vorletzten DJK Sportbund München-Ost beträgt bereits sechs Punkte. Besonders bitter: Im letzten Heimspiel am vergangenen Sonntag verlor Holz gegen den direkten Konkurrenten aus Bayern mit 2:3 (26:24, 25:23, 19:25, 23:25, 12:15).

Trotz der prekären Situation ist der drohende Abstieg für Geschäftsführer Philipp Grau kein Thema: "Wir sollten nicht anfangen, Rechenspiele zu betreiben, sondern uns auf das nächste Spiel fokussieren. Welchen Platz wir dann am Ende der Saison haben, sehen wir nach dem 24. Spieltag."

Einen Grund für die Probleme sieht Grau in den starken Veränderungen innerhalb der Mannschaft und des Trainerstabs vor der Spielzeit. Vor allem für die ehemalige Führungsfigur und Mittelblockerin Steffi Höwer, die im Sommer ihr Karriereende bekannt gab, musste ein Ersatz gefunden werden. Der Verein wurde in Nordamerika fündig: Alexis Loewen aus Kanada und Rachel Olinyk aus den USA kamen Ende August im Saarland an. Von Erfolg gekrönt war die Entscheidung bislang nicht. Zu allem Überfluss zog sich Olinyk am Sonntag gegen München einen Kreuzbandriss zu und fällt bis zum Saisonende aus.

Auch im Trainerteam gab es eine tiefgreifende Veränderung: Im Mai wurde Jörn Riemenschneider als neuer Trainer vorgestellt, nachdem Doris Wandel, die den Verein zusammen mit Bernd Zewe in die 2. Liga geführt hatte, überraschend ihren Rücktritt erklärte. Riemenschneider führte ein neues schnelleres Spielsystem ein, mit dem sich die Spielerinnen erst vertraut machen mussten. Mit der Arbeit des neuen Trainers und der Leistung der Import-Spielerinnen ist Grau, trotz der neun Niederlagen, zufrieden: "Unter Jörn haben sich fast alle Spielerinnen weiterentwickelt, und auch mit Rachel und Alexis sind wir mehr als zufrieden", sagt der Geschäftsführer: "Es hat Zeit gebraucht, bis unsere junge Mannschaft die Neuerungen von Jörn dauerhaft in ihre Abläufe integriert hat. Das gelang und gelingt punktuell sehr gut, doch die Konstanz fehlt."

Die Konstanz fehlte auch gegen München - nach zwei gewonnenen Sätzen gab Holz die Partie noch aus der Hand. "Wir arbeiten zurzeit sehr stark an unserer mentalen Stärke in kritischen Situationen", sagt Zuspielerin Lisa Riedel. Als symptomatisch für die bisherige Saison kann die Partie gegen München gelten - es fehlte nur an der Kopfarbeit. Der Ausfall von Olinyk und Diagonalspielerin Svenja Zapp (Knöchel) macht die Ausgangslage für das nächste Spiel am Sonntag beim Tabellenzehnten VV Grimma nun nicht einfacher. Vom weiteren Saisonverlauf ganz zu schweigen. Lisa Riedel gibt sich aber dennoch optimistisch: "Alles, was wir für den ersten Sieg brauchen, tragen wir schon bei uns. Es muss nur noch der richtige Moment kommen."