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| 20:44 Uhr

Stadion-Diskussion in Saarbrücken
Alles ist eine Frage des Geldes

Das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen ist im aktuellen Zustand nicht tauglich für die 3. Liga.
Das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen ist im aktuellen Zustand nicht tauglich für die 3. Liga. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Völklingen, Neunkirchen, Homburg und Elversberg kommen als Stadion-Optionen für den FCS infrage, Illingen wohl eher nicht. Patric Cordier

Die Meinungen gehen weit auseinander – selbst bei Menschen, die das Areal kennen. „Das Gelände gibt das her. Aus meiner Sicht ist es absolut möglich, das Hermann-Neuberger-Stadion drittliga-tauglich auszubauen“, sagt Wolfgang Brenner, der Vorsitzende des SV Röchling Völklingen. Vereins­präsident Michael Arnold bewertet die Situation ein wenig anders: „Wie es mit dem Völklinger Stadion weitergeht, kann ich nicht einschätzen. Sicher wäre es für den SV Röchling eine gute Sache, wenn das Stadion ausgebaut würde. Man muss aber auch sehen, ob das Gelände einen Ausbau verkraftet.“

Die Frage beschäftigt viele Fußball-Freunde im Land und natürlich die Verantwortlichen des 1. FC Saarbrücken: Kann und will der FCS im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion die Anforderungen der 3. Liga erfüllen – und was muss er dafür investieren? „Von Seiten des 1. FC Saarbrücken werden derzeit mehrere Varianten untersucht“, erklärt Völklingens Pressereferent Uwe Grieger auf SZ-Anfrage: „Auch zur Stadt Völklingen wurde ein erster Kontakt hinsichtlich des Themas hergestellt. Derzeit sind beide Seiten dabei, einen Termin zu vereinbaren, um im Detail über das Thema zu sprechen.“

Die To-do-Liste – also das, was alles gemacht werden müsste, um eine Spielgenehmigung zu bekommen – ist lang. Dabei erscheint die Aufstockung von derzeit offiziell 8400 auf benötigte 10 000 Plätze fast noch das kleinste Problem zu sein. Denn man benötigt 2000 Sitzplätze, hat derzeit aber kaum 600 auf der Haupttribüne. Das Flutlicht muss auf eine Stärke von 800 Lux gebracht werden. Dabei müssen die Lampen so stehen, dass es keinen Schattenwurf auf dem Feld gibt. Unter dem Platz müsste spätestens im zweiten Jahr eine Rasenheizung ihren Dienst tun. Und mit zwei Jahren muss man rechnen, schließlich ist der neue Ludwigspark nach den Plänen der Landeshauptstadt frühestens im Frühjahr 2020 bezugsfertig.

„Die Stadt Völklingen geht offen in die Gespräche, wartet aber ab, was der FCS als Notwendigkeiten für die 3. Liga betrachtet“, sagt Grieger: „Erst nach diesen Gesprächen wird sich die Stadt Völklingen öffentlich äußern.“ Vorher gibt es also kein Wort über die Beschwerden der Anwohner über Falschparker und gesperrte Straßen bei hohem Zuschauer-Aufkommen. Es gibt keine Stellungnahme zu den offensichtlichen Parkplatzproblemen, insbesondere wenn im Sommer das Freibad geöffnet ist. Denn auch das gehört zur Stadion-Wirklichkeit in Völklingen.

Teile der Fans träumen von einem vereinseigenen Stadion in Illingen. Dort hat Bürgermeister Armin König ein Gelände angeboten (wir berichteten). Im Wachzustand betrachtet, bedürfte diese Lösung die größte Sofortinvestition. Unter 20 Millionen Euro sollte auch eine moderne Stahlrohr-Arena kaum machbar sein. Zuzüglich Grundstücks- und Erschließungskosten. Das ist ein Betrag, der bei den aktuell niedrigen Zinsen für ein mittelständisches Unternehmen durchaus stemmbar ist. Aber auch für einen Verein, den über zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten belasten? Und dessen Einnahmen auch künftig mit dem nicht berechenbaren sportlichen Erfolg stehen und fallen? Würde FCS-Präsident Hartmut Ostermann ein Stadion bauen, würde die Abhängigkeit des Vereins vom Hauptsponsor weiter wachsen – und eine Rückkehr ins Ludwigsparkstadion endgültig vom Tisch sein.

Andere Optionen bietet ein erneuter Umzug des FCS – nach Elversberg, Homburg oder Neunkirchen. Laut Elversbergs Stadion-Chef Kai-Uwe Frantz hat es seit der im Juli 2015 bereits veröffentlichten, aber im Nachhinein nicht zustande gekommenen Stadion-Kooperationen keinen offiziellen Kontakt der Vereine untereinander gegeben. Während in Elversberg gerade mit Hochdruck der große Parkplatz vor der Arena gebaut wird, scheinen den FCS die Mietkosten von geschätzten 350 000 Euro pro Saison an einen Konkurrenten abzuschrecken.

Wie hoch der Investitionsbedarf in Neunkirchen wäre, ist schwer abzuschätzen. Die Zuschauerkapazität im Ellenfeld ist problemlos zu erreichen, die Haupttribüne hat eine ausreichende Größe. Flutlicht und Rasenheizung fehlen, nicht optimal ist der Zustand der Katakomben. Eine Kontaktaufnahme zwischen den Vereinen hat es nach SZ-Informationen bereits gegeben.

Weniger investieren müsste der FCS wohl ins Homburger Waldstadion (Rasenheizung). Gegen die Spielstätte spricht die große Rivalität der Fans, die der Polizei sicherlich Sorgen bereiten dürfte. „Wenn der FCS die Aufwendungen für die Umbauten, die für ein Drittliga-Stadion vonnöten sind, trägt, würde ich das trotz gewisser Fan-Dissonanzen nicht von vornherein als unmöglich erachten. Letztlich sind wir alle Saarländer. Und man lässt einen saarländischen Verein nicht aus niederen Beweggründen im Regen stehen“, sagt der Vorsitzende des FC Homburg, Herbert Eder.