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Alleinunterhalter auf Maradonas Spuren

Alleinunterhalter auf Maradonas Spuren

Seit 28 Jahren wartet Argentinien auf den dritten WM-Titel – und den neuen Maradona. Lionel Messi wandelt endlich auf den Spuren des göttlichen Diego. Heute steht das WM-Achtelfinale gegen die Schweiz auf dem Programm.

Für die Fans besteht kein Zweifel: Ihr Superstar Lionel Messi gehört in den argentinischen Fußball-Himmel. "Der Papst, Gott und der Messias", steht auf einem Transparent, das Bilder von Franziskus, Diego Maradona und eben das Barca-Genie zeigt. Doch um zur Legende zu werden, muss der 27-Jährige Weltmeister werden.

Seit 28 Jahren träumen seine Landsleute vom dritten WM-Titel - und vom neuen Maradona. Nach vielen Enttäuschungen bei den letzten großen Turnieren soll Messi in Brasilien endlich in die Fußstapfen des göttlichen Diego treten. Bislang wandelt La Pulga, der Floh, bei der WM am Zuckerhut auf Maradonas Spuren. Vier Tore in der Vorrunde, eins schöner als das andere - Messi führt eine eher durchschnittliche argentinische Mannschaft fast alleine durchs Turnier. "Ich danke Gott, dass Messi Argentinier ist", sagte Maradona, "aber um Weltmeister zu werden, müssen seine Teamkollegen mitarbeiten."

Erinnerungen an 1986 wurden wach, als der damals 25-jährige "Pibe de oro" (Goldjunge) eine ebenfalls eher mittelmäßige Albiceleste auf seinen Schultern ins Finale trug - unter anderem mit dem WM-Jahrhunderttor und der "Hand Gottes" gegen England. Erst im Endspiel gegen Deutschland (3:2) glänzten auch die anderen wie Jorge Valdano und Jorge Burruchaga. Das könne man nicht vergleichen, behauptete Maradona, "meine Kollegen waren anders als seine".

Auch die Persönlichkeiten der besten Spieler ihrer Generation seien unterschiedlich. "Er ist viel ruhiger als ich", meinte der heute 53-Jährige, "er trifft die Entscheidungen in Zeitlupe, ich war ein Blitz." Messi, ebenfalls die Nummer zehn, ebenfalls Kapitän, zwei Jahre älter als sein Vorgänger damals in Mexiko , muss jetzt beweisen, dass er auch in den K.o.-Spielen den Unterschied ausmachen kann. "Ab sofort darf man keine Fehler mehr machen", sagte der viermalige Weltfußballer, "sonst scheidet man aus."

Das Los meinte es diesmal gut mit den Argentiniern. Die Deutschen, 2006 und 2010 jeweils im Viertelfinale die Endstation, können frühestens im Finale Gegner sein. Heute (18 Uhr/ZDF ) im Achtelfinale sollte die Schweiz eigentlich kein großes Hindernis sein, danach sind die USA oder Belgien der nächste Kontrahent. Im Halbfinale könnten die Niederlande warten.

Wie in Mexiko vor mehr als einem Vierteljahrhundert ist die Albiceleste auf ihren Solokünstler angewiesen. Den Traum, den nur der kleine, große Superstar erfüllen kann, träumt er selbst. "Weltmeister zu werden, wäre das Schönste", sagte Messi, "wir folgen alle diesem Traum."

Von ihm erwarten aber 40 Millionen Argentinier, dass er vorangeht. Der Kapitän, der längst auch das Kommando von Trainer Alejandro Sabella übernommen hat, weiß das. "Solange ich nicht Weltmeister geworden bin, werde ich mich nicht als wahren Champion bezeichnen", sagte er schon vor dem WM-Start.

saarbruecker-zeitung.de/

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