1. FC Saarbrücken: Alle Standorte wären machbar

1. FC Saarbrücken : Alle Standorte wären machbar

Der 1. FC Saarbrücken startet heute ins Training. Das Sportfeld soll aufgerüstet werden, begonnen wurde schon damit.

Heute beginnt für den 1. FC Saarbrücken eine für die Zukunft des Vereins ganz wichtige Zeit. Nicht nur, weil der souveräne Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest um 15 Uhr wieder den Trainingsbetrieb im FC-Sportfeld aufnimmt. Der Aufstieg in die 3. Liga ist das erklärte Saisonziel. Den Sieg im Saarlandpokal würde der FCS auch gerne mitnehmen. Aber die mit dem Aufstieg eng verbundene Stadionfrage ist noch immer nicht gelöst.

„Unser Vorstandsmitglied Christian Seiffert hat sich alle im Saarland möglichen Optionen angeschaut und für die noch nicht terminierte Sitzung der Vereinsgremien eine entsprechende Aufstellung erarbeitet“, erklärt FCS-Präsident Hartmut Ostermann: „Die gute Nachricht ist: Alle geprüften Standorte sind mit unterschiedlichem Aufwand machbar.“ Damit meint der Unternehmer die Stadien in Völklingen, Elversberg, Neunkirchen und Homburg. Ein Selbstbau in Illingen ist aufgrund des Zeitdrucks – die Drittliga-Saison startet Ende Juli – eher eine längerfristige Alternative.

Rückblick: Vor gut drei Monaten hatte Ostermann seinen sogenannten Zehn-Punkte-Plan vorgestellt. Die Kernforderungen betrafen die zeitnahe Rückkehr ins Ludwigsparkstadion. Am besten noch in der Bauphase. Doch diesen Wunsch haben die von der Landeshauptstadt beauftragten Planer der Firma Wenzel + Wenzel nicht erfüllen können oder dürfen (wir berichteten mehrfach). Seither werden verschiedene Lösungen öffentlich diskutiert. Das Training der Profis, aber auch das der neun Jugendmannschaften des Vereins findet aber weiterhin auf den jeweils zwei Rasen- und Kunstrasenfeldern im FC-Sportfeld statt. Die altehrwürdige Anlage ist auch Teil von Ostermanns Plänen. Die Stadt Saarbrücken soll im sogenannten Erbbaurecht das Gelände an den Verein übertragen.

Während der Verein derzeit zu infrastrukturellen Fragen keine Antworten geben möchte, erklärte Robert Mertes, Sprecher der Landeshauptstadt, dass derzeit Gespräche zwischen der Stadt und dem FCS laufen, „zu welchen Bedingungen das Sportfeld über einen Erbbaurechtsvertrag an den Verein übertragen werden kann. Der Buchwert des Sportfeldes beträgt aktuell circa 1,4 Millionen Euro. Über den Abschluss eines solchen Vertrages entscheiden letztlich die städtischen Gremien, also der Stadtrat.“

Das Erbbaurecht ist das Recht, gegen die Zahlung einer regelmäßigen Miete – dem Erbbauzins – auf einem bestimmten Grundstück ein Bauwerk zu errichten. Dabei ist es grundsätzlich egal, ob es ein Bürohaus, eine Gewerbehalle oder ein Sportstadion ist. Wichtig ist, dass der Mieter durch die normalerweise lange Laufzeit eines solchen Vertrages eine gewisse Planungssicherheit für seine Investitionen hat. Denn nach Ende des Erbbaurechts müssen die errichteten Gebäude nicht zwangsläufig abgerissen werden, der Erbbauberechtigte kann sogar eine Erstattung über den Wert der Bauwerke erhalten.

Der frühere FCS-Präsident Horst Hinschberger plante bereits ein mehrstöckiges Verwaltungsgebäude im Sportfeld. Aktuell sehen die Planungen des Vereins bescheidener aus. Nach SZ-Informationen will man in einer Containerlösung zwar auch weitere Büroflächen schaffen, hauptsächlich sollen aber ein Kraft- und Gymnastikbereich sowie Aufenthaltsräumlichkeiten für die Jugendspieler entstehen. Dies sind Vorgaben, die bei der in diesem Jahr angestrebten Zertifizierung als Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) eine Rolle spielen. Derzeit werden beim FCS rund 200 Jugendspieler ausgebildet. Teilweise besuchen sie die Nachmittagsbetreuung des Vereins, bekommen Mittagessen und Hilfe bei den Hausaufgaben.

Die wurden in den letzten Monaten auch rund ums das Sportfeld gemacht. Eine marode Wand wurde abgerissen, Schlammwege mit Verbundsteinen trockengelegt, an der Umzäunung gearbeitet, Schmuddelecken mit Farbe und Engagement Einzelner aufgehübscht. All das geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement der Stadt. Der kleinere der beiden Kunstrasenplätze wurde schon aufgearbeitet. Die dringend notwendige Sanierung des größeren, oberen Spielfeldes dürfte auch mit der Entscheidung über die Zukunft des Sportfelds zusammenhängen.

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