| 20:41 Uhr

Handball/All-Star-Game
Alle Augen richten sich auf Prokop

Leipzig. Handball-Bundestrainer steht im Mittelpunkt des All-Star-Spiels heute in Leipzig.

Der Spaßfaktor beim jährlichen Show-Spektakel der deutschen Handball-Familie soll nicht leiden. „Es bleibt ein Show-Spiel, dafür ist es da“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor dem All-Star-Game zwischen der Nationalmannschaft und einer Bundesliga-Weltauswahl. Und doch werden heute (19.30 Uhr/Sky) in Leipzig alle Augen auf Christian Prokop gerichtet sein. Denn vor dem Anpfiff wird das Präsidium des Deutschen Handballbundes erstmals die nach der verkorksten EM im Raum stehende Frage erörtern, ob der mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattete Bundestrainer die DHB-Auswahl zur Heim-WM 2019 führen soll oder nach nur einem Jahr gehen muss.



Zur Causa Prokop wollte sich Hanning vor dem Treffen im Leipziger Penta-Hotel „nicht mehr äußern“, nachdem er in den vergangenen Tagen mehrfach betont hatte, dass der Verband an seinem Wunschtrainer festhalten möchte. Doch die EM-Ereignisse setzen den DHB sowohl inhaltlich als auch zeitlich unter Druck. Kaum ein Tag vergeht, an dem das Thema nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Die Liga fordert ein höheres Tempo bei der Aufarbeitung. „Wir sehen es als notwendig an, dass schnell darüber entschieden wird“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Im HBL-Präsidium besteht offenbar keine Einigkeit: Einige Mitglieder sind für Prokop, einige gegen ihn. Und der DHB will an seinem Zeitplan von vier bis sechs Wochen festhalten. Bevor die Verantwortlichen nicht mit Prokop, dem Mannschaftsrat und einzelnen Spielern gesprochen haben, wird es keine Entscheidung geben.

Der Trainer selbst verarbeitet die EM-Tage mit „vielen negativen Erlebnissen“, wie er vor der Abreise aus Kroatien bekannte, im Familienkreis und schweigt. „Wir wollen Christian nicht der Meute zum Fraß vorwerfen“, sagte Hanning. Beim Show-Event in seiner Wahl-Heimat, wo Prokop im Vorjahr als Nachfolger von Dagur Sigurdsson vorgestellt und vom Publikum gefeiert wurde, darf der Bundestrainer zumindest auf einen warmen Empfang hoffen.