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Alemannia ist in saarländischer Hand

Alemannia ist in saarländischer Hand

Aachen. Spätestens seit der Ex-Saarbrücker Stephan Straub über ein Jahrzehnt das Tor von Alemannia Aachen mit Erfolg hütete, sind Saarländer in Führungspositionen des Clubs von der niederländischen Grenze gern gesehen. Seit Januar 2007 steht einer an der Spitze der Alemannia Aachen GmbH, der seine Karriere im Management des 1. FC Saarbrücken begonnen hat: der Saarbrücker Frithjof Kraemer

Aachen. Spätestens seit der Ex-Saarbrücker Stephan Straub über ein Jahrzehnt das Tor von Alemannia Aachen mit Erfolg hütete, sind Saarländer in Führungspositionen des Clubs von der niederländischen Grenze gern gesehen. Seit Januar 2007 steht einer an der Spitze der Alemannia Aachen GmbH, der seine Karriere im Management des 1. FC Saarbrücken begonnen hat: der Saarbrücker Frithjof Kraemer.

"Ich habe noch familiären Kontakt ins Saarland", erzählt Aachens Vorsitzender für Finanzen, Personal und Verwaltung, "und wenn ich Gelegenheit habe, gehe ich gerne zu Spielen in den Ludwigspark". Von 2000 bis 2003 arbeite der 37-Jährige, der in Saarbrücken Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften studiert hat, beim FCS. Nach fast vier Jahren beim Deutschen Fußball-Bund fing er 2007 in Aachen an. Seit diesem Jahr teilt er sich die Verantwortung mit Ex-Stürmer Erik Meijer, der für den Sport-Bereich zuständig ist. "Mir war es immer unlieb, dass der Sportdirektor kein Geschäftsführer war", sagt Kraemer über die Umgestaltung der Führungsspitze, "Erik ist der Kapitän auf dem Sportschiff. Er allein hat das Sagen - übrigens eine Sache, die ich in Saarbrücken gelernt habe".

Vorm Testspiel der Aachener gegen Saarbrücken am morgigen Samstag um 14 Uhr auf dem Sportplatz des FC St. Wendel zeigt sich der Saarländer im Exil gut informiert über seinen Ex-Verein: "Es wird wieder kontinuierlich gearbeitet. Ich kenne Dieter Ferner ja noch als Nachwuchskoordinator. Für ihn habe ich mich ganz besonders gefreut."

Für Kraemer sind Aachen und Saarbrücken vergleichbar: Grenzregion, Mentalität, Stolz auf Stadt und Verein. Die Alemannia hat aber etwas, über das in Saarbrücken seit Jahrzehnten geredet wird: ein neues Stadion. "Moderne Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für den sportlichen Erfolg. Oder kennen Sie einen erfolgreichen Verein im bezahlten Fußball mit veralteter Infrastruktur?", fragt Kraemer. Er gesteht aber, dass der neue Tivoli einen Kraftakt für den Club bedeutet: "Natürlich haben wir unsere Probleme damit, aber es gab dazu keine Alternative." Nach dem Bau des Stadions für 49 Millionen Euro litt der Verein unter nicht kalkulierten Kosten, wie Kraemer damals sagte. Es fehlten 5,5 Millionen Euro. Nur, weil die Stadt die Übernahme einer Ausfallbürgschaft garantiert, wurde Schlimmeres verhindert.

Neben Kraemer hält Philipp Werthmüller, früher Spieler unter anderem beim ASC Dudweiler, in Aachen die saarländischen Farben hoch. Er arbeitet im Bereich Marketing, Sponsoring, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Ex-Saarbrücker Straub wird Co-Trainer der U15 der Alemannia. Ex-FCS-Trainer Michael Krüger musste dagegen im Mai gehen. Nachfolger ist Peter Hyballa - ein Bocholter. cor

Hintergrund

Der Spielort St. Wendel hat für Alemannia Aachen ganz besondere Bedeutung. St. Wendel war die letzte Spielerstation von Werner Fuchs. Fuchs arbeitete sowohl beim FCS (1987/88) als auch bei der Alemannia als Trainer. Er starb 1999 beim Waldlauf mit der Mannschaft, wenige Tage vor dem Wiederaufstieg Aachens in die 2. Liga. cor