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Aldatov weiß, was er zu tun hat

Aldatov weiß, was er zu tun hat

Köllerbach. Sein angriffslustiges Lächeln verrät, dass Ibragim Aldatov mit dem Mainzer David Bichinashvili eine Rechnung offen hat. Zum Ende seiner ersten Saison beim KSV Köllerbach hat es der Schulterniederlage im Final-Hinkampf bedurft, dass der ukrainische Ringer aufzutauen scheint

Köllerbach. Sein angriffslustiges Lächeln verrät, dass Ibragim Aldatov mit dem Mainzer David Bichinashvili eine Rechnung offen hat. Zum Ende seiner ersten Saison beim KSV Köllerbach hat es der Schulterniederlage im Final-Hinkampf bedurft, dass der ukrainische Ringer aufzutauen scheint. Bis zuletzt war er sehr verschlossen, wirkte stets in sich gekehrt, zeigte vor oder nach seinen Kämpfen kaum Regungen.

Schon im Halbfinale gegen die RWG Mömbris-Königshofen (19:15, 17:17) feuerte er Timo Badusch ungewohnt lautstark vom Mattenrand an. Und die Enttäuschung am vergangenen Sonntag konnte er dann nicht mehr verbergen. Obwohl er sich in dieser Saison bereits drei Mal Bichinashvili geschlagen geben musste, wurmen ihn die beiden ersten Niederlagen gegen das Bundesliga-Urgestein (0:3,1:3) lange nicht so sehr wie seine überraschende Schulterniederlage beim Kampf in Mainz (14:22). "Das hat mich sehr geärgert - vor allem, weil ich auf die Schulter ging", sagt der Weltmeister von 2006 angefressen.

Dabei schien er sich seit der Meisterschafts-Endrunde endlich mit der Art, wie in der Bundesliga gerungen wird, angefreundet zu haben. "Die Umstellung ist enorm. Es wird viel geschubst, nur um aktiver zu wirken", sagt er. Nachdem er die erste Runde gewinnen konnte, wollte er vielleicht zu viel - bevor er nach einer kurzen Unaufmerksamkeit in der dritten Runde auf die Schulter ging. "Ich wollte einfach alles für die Mannschaft geben", sagt Aldatov. Umso größer war dann auch der Frust: "Ich muss den Kampf jetzt einfach abhaken, nach vorne schauen und werde mich konzentriert auf den Kampf am Samstag vorbereiten."

Wenn der KSV Köllerbach den ASV Mainz 88 zum Rückkampf in der Saarbrücker Saarlandhalle (19.30 Uhr) erwartet, "werde ich da sein und alles geben", betont Aldatov. Wie seine Mannschaftskollegen hat auch er den Titel um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft keineswegs abgeschrieben. "Acht Punkte sind zu schaffen", sagt Aldatov. Schon allein deswegen, weil er sich für die Schulterniederlage revanchieren will.

Allerdings wird es auf alle Köllerbacher ankommen. Jeder der zehn Ringer muss seinen Teil dazu beitragen. Nachdem sich der erste Schreck bei den Köllerbachern über die 14:22-Niederlage gelegt hat, ist die Stimmung im Training sehr gut. Es wird viel gelacht und gescherzt. "Wir haben schon öfter eine Schulterniederlage hinnehmen müssen und trotzdem den Titel geholt", sagt Aldatovs Teamkollege Andrej Shyyka.

Der Optimismus des KSV Köllerbach ist größer als der Rückstand, den es im Rückkampf aufzuholen gilt. "Wir haben alle Kämpfe analysiert und bereiten uns jetzt akribisch auf den Rückkampf vor", erklärt Teamleiter Thomas Geid gelassen. Weil die Köllerbacher einerseits nichts mehr zu verlieren haben und andererseits auf den Stilartenwechsel in den oberen und unteren Gewichtsklassen setzen. Darin sehen sie im Rückkampf einen großen Vorteil auf ihrer Seite. Und den wollen sie nutzen. "Wenn es gut läuft, liegen wir schon zur Pause fünf Punkte vorn", sagt Köllerbachs Freistiltrainer Hüseyin Dincay zuversichtlich.

Und gleich nach der Pause kommt es dann auf Ibragim Aldatov an. In Mainz wirkte er wie ein Schocker. Nun könnte er die Sensation einleiten. Aldatov scheint sich dessen bewusst zu sein. Wieder lächelt er. "Ich werde sehen, was ich zu tun habe", sagt er und widmet sich wieder dem Training.

ksv-koellerbach.de "Ich muss den Kampf jetzt einfach abhaken und nach vorne schauen."

Ibragim Aldatov, Ringer des

KSV Köllerbach