| 21:17 Uhr

Acht Männer, vier Clubs, ein Ziel

Saarbrücken. Acht Männer, acht Vollblut-Stürmer, acht Tor-Garanten - und ein Ziel: die deutsche Meisterschaft. Am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag stehen die Angriffs-Duos des VfL Wolfsburg, von Bayern München, Hertha BSC und des VfB Stuttgart im Blickpunkt Von Mark Weishaupt (SZ) und Heinz Büse (dpa)

Saarbrücken. Acht Männer, acht Vollblut-Stürmer, acht Tor-Garanten - und ein Ziel: die deutsche Meisterschaft. Am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag stehen die Angriffs-Duos des VfL Wolfsburg, von Bayern München, Hertha BSC und des VfB Stuttgart im Blickpunkt.



Fangen wir beim Spitzenreiter an - und bei dem erfolgreichsten Stürmer-Paar der vergangenen Jahre in der Bundesliga: Wolfsburgs Grafite und Edin Dzeko haben gemeinsam 46 Tore in dieser Saison erzielt. Wie passend, dass die Mannschaft von Trainer Felix Magath an diesem Samstag bei in Hannover 96 ausgerechnet auf die schlechteste Abwehr der Liga trifft. "Wir sind seit dem 26. Spieltag an der Tabellenspitze. Da wollen wir jetzt auch bis zum Ende der Saison bleiben", sagt Dzeko. Allerdings muss der VfL auf seinen gesperrten Kapitän Josue verzichten. Hannover vertraut auf seine Heimstärke: In den bisherigen 16 Saison-Heimspielen gab es nur eine Niederlage - gegen Hoffenheim (2:5). Dafür sprangen Siege gegen Bayern München (1:0), Hertha BSC (2:0) und Hamburger SV (3:0) heraus.

Weiter nach München, zum Torschützen-König der vergangenen Saison, dem Italiener Luca Toni (24 Tore). Der hat zwar erst 13 Tore in dieser Saison erzielt, hofft aber trotzdem auf ein "Happy End" einer für Bayern-Verhältnisse durchwachsenen Saison. "Es wird ein sehr spannendes Saisonfinale. Es fehlen uns zwei Tore auf Wolfsburg. Wir werden alles dafür tun, dass wir am Ende oben stehen", sagt Toni. Unterstützen soll ihn dabei wieder Lukas Podolski, der unter Trainer Jupp Heynckes aufblüht und an sechs der letzten acht Bayern-Tore beteiligt war. Heynckes warnt aber vor dem Gegner am Samstag. "Hoffenheim ist im Aufwind", erklärt der 64-Jährige, "und es kommen die Emotionen des Hinspiels hinzu". Beim hochklassigen 2:1 der Bayern im vergangenen Dezember erzielte Toni in der Nachspielzeit das Siegtor.

Ab in die Hauptstadt - zur "alten Dame" Hertha BSC. Wenn an diesem Samstag Schalke 04 im Olympia-Stadion zu Gast ist, sollen es Andrej Voronin und Marko Pantelic richten. Pikant: Beide Stürmer stehen vor dem Abschied aus Berlin - Voronin (ausgeliehen vom FC Liverpool) aus finanziellen Gründen, Pantelic aus eher disziplinarischen. Von den Hertha-Fans als "Fußball-Gott" verehrt, eckte Pantelic regelmäßig mit Trainer Lucien Favre an. Der 51 Jahre alte Schweizer zeigte aber Größe, ließ sich nicht provozieren und setzt wieder auf den Serben. Mit Erfolg: Pantelic bereitete in den letzten fünf Spielen vier Tore vor. ."Wunderbar", "perfekt" und "sensationell" nannte Favre Pantelics Vorlagen sogar.

Letzte Station Stuttgart - und zu den Herren Mario Gomez und Cacau, die am Samstag mit dem VfB Energie Cottbus empfangen. Ob "Torero" Gomez, mit 23 Treffern auf Platz zwei der Torjäger-Liste hinter Grafite (24) aber spielen kann, ist ungewiss. Gomez hat Adduktoren-Probleme. "Wir müssen abwarten, ob es reicht, aber ich bin guten Mutes", sagt VfB-Teamchef Markus Babbel, warnt aber vor der vermeintlich leichten Aufgabe gegen den Vorletzten: "Das ist ein brutal wichtiges Spiel, denn viele sprechen nur von der Partie in München." Dort muss der VfB am letzten Spieltag hin.



Auf einen Blick

Das Restprogramm der vier Meisterschafts-Anwärter (A bedeutet Auswärtsspiel, H steht für Heimspiel):

VfL Wolfsburg: Hannover 96 (A), Werder Bremen (H).

Bayern München: 1899 Hoffenheim (A), VfB Stuttgart (H).

Hertha BSC: Schalke 04 (H), Karlsruher SC (A).

VfB Stuttgart: Energie Cottbus (H), Bayern München (A).

Ganz gleich, wie die Spiele an diesem Samstag ausgehen: Der deutsche Meister wird definitiv erst am kommenden Samstag, 23. Mai, am letzten Spieltag gekürt. Dabei könnte es dazu kommen, dass der VfL Wolfsburg und Bayern München punkt- und torgleich sind. In diesem - wenn auch theoretischen - Fall wären die Wölfe Meister, weil dann der direkte Vergleich zählt. Der VfL verlor das Hinspiel in München mit 2:4, gewann das Rückspiel zu Hause aber mit 5:1. dpa