AC Heusweiler und KSV Köllerbach gewinnen Saarderbys

Ringer-Bundesliga : Heusweiler tanzt in Riegelsberg

Der AC gewinnt das Köllertal-Derby in der Ringer-Bundesliga mit 16:8. Köllerbach siegt beim ASV Hüttigweiler mit 17:4.

„Hier regiert der A-C-H“, sangen die mitgefahrenen Anhänger des AC Heusweiler am Sonntagnachmittag um 16.48 Uhr in der Riegelsberghalle in Riegelsberg. Ihre Mannschaft tanzte dazu ausgelassen auf der Matte und ließ ihrer Freude freien Lauf. Der Ringer-Bundesligist AC Heusweiler hatte gerade das Köllertal-Derby beim KV Riegelsberg mit 16:8 für sich entschieden. Für die Mannschaft von Trainer Cacan Cakmak war es der dritte Sieg in Folge in der Bundesliga. „Derbysiege sind besonders schön“, sagte Cakmak mit heiserer Stimme, „aber es war eng, Wenn nur zwei Kämpfe anders ausgehen, feiern die anderen.“

Rund 450 Zuschauer in der Riegelsberghalle bekamen gleich im ersten Kampf des Tages ein richtiges Spektakel geboten. In der Klasse bis 57 Kilogramm Freistil verlangte der erst 16-jährige Riegelsberger Paul Riemer dem 13 Jahre älteren Julian Kleemann wirklich alles ab. Zehn technische Wertungen in einer Runde sieht man selten – zur Pause führte der Gast aus Heusweiler mit 14:7. Doch Riemer setzte nach, kam heran, konnte die Begegnung aber nicht mehr drehen und gab zwei Mannschaftspunkte ab.

Danach setzten sich Peter Himbert in der Klasse bis 130 Kilogramm im griechisch-römischen Stil und Teodor Horatau (61 Kilo Greco) für die Gäste durch. „Das waren sowas wie die Schlüsselkämpfe“, sagte Riegelsbergs Trainer Edgar Paulus – enttäuscht vom Ergebnis, aber nicht von der Leistung: „Wir haben vier verletzte Stammringer. Dafür haben Paul oder der erst 15-jährige Luca Rosport heute in seinem Bundesligadebüt eine gute Klinge geschlagen.“ Rosport unterlag in 86 Kilo Greco gegen Niklas Bredy mit 1:4.

Mittlerweile 34 Jahre alt sind der Riegelsberger Andreas Skodawessely und Heusweilers Halef Cakmak. Die Routiniers lieferten sich in der Klasse bis 80 Kilogramm Freistil ein Duell auf Augenhöhe. „Skoda“ führte 3:0, als Halef Cakmak noch einmal verkürzte. Doch in der Schlussphase konnte der Riegelsberger noch einmal in die Oberlage gelangen – so hieß es am Ende 5:2. Spektakulär war auch das Finale des Derbys. Nach sechs Vierer- und einer Fünferwertung nach Aushebern mit Überwurf setzte sich Riegelsbergs Franzose Antoni Tantini in der Klasse bis 75 Kilogramm Greco mit 19:4 gegen Nikolai van Berkum durch. Am Heusweiler Jubel über den Gesamtsieg änderte das nichts mehr.

Bereits am Samstag hatten knapp 400 Zuschauer in der Welschbachhalle in Welschbach das erste Saarderby des Wochenendes gesehen. Zwar setzte sich der KSV Köllerbach erwartet klar mit 17:4 beim ASV Hüttigweiler durch, die Fans erlebten aber auch hier einen mitreißenden Kampfabend. „Wir haben viele enge, verbissen geführte Kämpfe gesehen“, sagte Köllerbachs Mannschaftsverantwortlicher Thomas Geid, „es hat richtig Spaß gemacht. Kompliment auch an den ASV. Die haben um jeden Punkt gekämpft.“ Nur ASV-Talent Fabian Widmann (in der Klasse bis 57 Kilo Freistil gegen Andrii Yatsenko) und Urs von Tugginer (75 Kilo griechisch-römisch gegen Pajtim Sefaj) mussten sich vorzeitig geschlagen geben.

Eine echte „Ringschlacht“ bis an die Grenze des Erlaubten lieferte sich Hüttigweilers Dennis Balaur mit Gennadij Cudinovic. Mattenleiter Marvin Manz hatte alle Hände voll zu tun, löste die Aufgabe aber souverän. Cudinovic holte beim 7:7 einen Punkt für seine Mannschaft.

Als Matthias Schwarz in der Klasse bis 75 Kilo Freistil gegen Köllerbachs Kapitän Andrij Shyyka auf die Matte ging, war der Abend bereits entschieden. Emotional sollte es einer der Höhepunkte werden. Schwarz hatte sich gegen den Routinier viel vorgenommen – und setzte es um. Egal, was Shyyka auch versuchte – Schwarz hatte jedes Mal die bessere Antwort, siegte am Ende klar mit 9:3. „Das war herausragend“, freute sich ASV-Trainer Christoph Gall und sprach bereits von „einer Wachablösung in dieser Gewichtsklasse. Insgesamt war das Mannschaftsergebnis deutlicher, als die Kämpfe es hergegeben haben. Darum können wir sehr zufrieden sein.“

Matthias Schwarz vom ASV Hüttigweiler (in Rot) hatte den Köllerbacher Altmeister Andrij Shyyka überraschend deutlich im Griff. Foto: Thomas Wieck

Die Bundesliga macht nun drei Wochen Pause, weil vom 20. bis 28. Oktober im ungarischen Budapest die Weltmeisterschaften stattfinden. Dort vertritt Köllerbachs Etienne Kinsinger dann die saarländischen Farben. Der 22-Jährige tritt in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm im girechisch-römischen Stil an.

Mehr von Saarbrücker Zeitung