| 21:03 Uhr

Ringer-Bundesliga im Fokus
Strahlende Gesichter beim AC Heusweiler

Heusweilers Trainer Cacan Cakmak freut sich mit dem völlig entkräfteten Baba Jan Ahmadi.
Heusweilers Trainer Cacan Cakmak freut sich mit dem völlig entkräfteten Baba Jan Ahmadi. FOTO: Andreas Schlichter
Heusweiler. Ringer-Bundesligist feiert emotionalen Heimsieg. Die Strukturdebatte geht derweil munter weiter. Von Patric Cordier

Am Samstag um 21.08 Uhr erschütterte ein langezogenes „Jaaaa“ aus über 100 Kehlen die Sporthalle der Gemeinschaftsschule in Heusweiler nahezu in ihren Grundfesten. Freistil-Ringer Baba Jan Ahmadi hatte in dieser Sekunde seinen Kampf gegen den Freiburger Ion Vasilachi für sich entschieden und dem AC Heusweiler damit den zweiten Saisonsieg beschert. Die Saarländer gewannen am Ende eines spannenden Kampfabends verdient mit 17:8. „Es ist toll, dass wir den Schwung aus dem Derby-Sieg in Hüttigweiler unter der Woche mitnehmen konnten“, sagte Heusweilers Trainer Cacan Cakmak freudestrahlend: „Der Gegner stand sehr stark, darum ist der Sieg heute umso wertvoller.“


Die erste Runde in der Klasse bis 75 Kilo Freistil war ereignisarm. Vasilachi führte mit einer Passivitätswertung. Dann wurde es knifflig. Ahmadi setzte zum Wurf an, aber auch Vasilachi startete eine Aktion. Mattenleiter Holger Bellin gab vier Punkte an den Freiburger. „Meine Kondition ist gut“, sagte Ahmadi, der nun mit 0:5 in Rückstand lag: „Ich wusste, ich muss ihn weiter bearbeiten. Bis zur letzten Sekunde. Das war entscheidend.“ Genau elf Sekunden vor dem Schlussgong kam Ahmadi noch einmal in die Oberlage, siegte mit 8:7 und sorgte für kollektive Heusweiler Glückseligkeit.

„Ein Schlüsselkampf war sicher auch der in 61 Kilo griechisch-römisch“, sagte Trainer Cakmak: „Da war es vorher nicht abzusehen, dass Teo da vier Mannschaftspunkte macht.“ Teo – das ist Teodor Horatao. Der Rumäne siegte nach knapp vier Minuten technisch überlegen mit 15:0.



Mit dem Erfolg ist Heusweiler am ASV Hüttigweiler in der Tabelle vorbeigezogen, liegt nun auf Platz fünf. „Hätten wir unsere Siegchancen gegen Urloffen und Hausen-Zell genutzt, wären wir jetzt sogar Dritter“, sagte Cakmak kopfschüttelnd. Hüttigweiler unterlag am Samstag in Urloffen mit 10:21, Schlusslicht Riegelsberg wurde beim Tabellenführer Adelhausen mit 2:32 überrollt. Der Tabellenzweite KSV Köllerbach kam derweil zu einem 22:9-Heimerfolg gegen Hausen-Zell – vor gerade einmal 120 Zuschauern. Ergebnisse und Zahlen, die die Diskussion um die aktuelle Bundesliga-Struktur weiter befeuern.

„Das Leistungsgefälle ist einfach zu groß. Darum wäre es gut, wenn sich Vereine finden, die eine 1. Bundesliga bilden“, sagte Heusweilers Vorsitzender Bernd Weiland: „Wir würden dann gerne in der 2. Bundesliga ringen.“ Der Deutsche Ringer-Bund hat die Vereine nun angeschrieben. „Man hat zur Wahl gestellt, ob man im derzeitigen Modus weitermachen will oder zu einer Bundesliga mit zweigeteilter 2. Liga zurückkehren möchte. Bis zum 20. Oktober haben die Vereine nun Zeit, sich zu erklären“, sagte Köllerbachs Vorsitzender Hilmar Rehlinger, der in der Profiliga DRL keine Alternative für seinen Verein sieht.